Leipzig: Die russische Oktoberrevolution von 1917
15.03.2026 16:00
Lesekreis
Makan-Späti (Wurzner Str. 3, 04315 Leipzig)
Wenn es ein historisches Ereignis gibt, welches die bürgerliche Politik und Publizistik hierzulande in Angst und Schrecken versetzt, dann ist es die erste sozialistische Revolution der Weltgeschichte, die im Oktober 1917 mitten mit Ersten Weltkrieg, die Arbeiter:innenklasse Russlands an die Staatsmacht brachte. Angeführt wurde diese Umwälzung von der Partei der Bolschewiki unter der politischen Führung von Wladimir Lenin und der militärischen Führung von Leo Trotzki. Beide Figuren sind untrennbar mit den Ereignissen verwoben und werden daher genau wie die Ereignisse selbst, von bürgerlichen Historiker:innen und Journalist:innen systematisch verunglimpft und verteufelt.
War die Oktoberrevolution etwa nur ein Putsch? War Lenin vielleicht sogar ein deutscher Agent? War das Ziel der Bolschewiki nur ihre eigene Parteidiktatur und die Errichtung eines Unrechtsstaates? Führte Lenin direkt zu Stalin? All diese Behauptungen werden heute nicht nur im Westen, sondern auch im kapitalistischen Russland systematisch verbreitet, um die Möglichkeit einer Befreiung der Ausgebeuteten und Unterdrückten zu verschleiern. Einher geht diese Geschichtsfälschung mit Repressionen gegen junge Leute, die sich immer häufiger für die Ideen von Marx, Engels und Lenin zu interessieren beginnen.
Doch warum ist eine Beschäftigung mit der Oktoberrevolution mehr als 100 Jahre später überhaupt noch relevant? Die bürgerlichen Historiker:innen haben nach 1991 das historische Kapitel des Kommunismus einstimmig für beendet erklärt, doch offenbar wollen diese Ideen einfach nicht aussterben. Im Gegenteil: Angesichts des Klimawandels, der wachsenden kapitalistischen Krise und mit ihr verbunden der Militarisierung und Kürzungen sowie dem Aufstieg des Autoritarismus und der radikalen Rechten, sehen wir uns heute zunehmend einer Situation gegenüber, die die Welt wieder vor die alte Wahl stellt: Sozialismus oder Barbarei. Wenn es gelingen soll, in unseren Lebzeiten den Klimawandel aufzuhalten, die Kriege endgültig zu beenden und eine bessere, lebenswertere Gesellschaft zu erkämpfen, dann müssen wir aus der Geschichte vergangener sozialistischer Versuche lernen, um uns auf die Zukunft vorzubereiten.
Zuletzt haben wir uns in unserem Lesekreis dem Buch „Staat und Revolution“ von Lenin gewidmet und wollen uns nun in einer Reihe von Sondersitzungen mit den offenen Fragen befassen, die die Lektüre aufgeworfen hat. In dieser ersten Sondersitzung wird es um die Geschichte und die Lehren der Oktoberrevolution gehen. Dafür lesen wir als Textgrundlage die Kopenhagener Rede von Leo Trotzki, die dieser 1932 im Exil zur Verteidigung der Oktoberrevolution gegen bürgerliche und stalinistische Verkrümmungen gehalten hat. Der Text wird vorher individuell gelesen und in der Sitzung wollen wir dann anhand von Lesefragen den Inhalt diskutieren.
Vorwissen über den Text hinaus ist für das Besuchen der Sondersitzung nicht erforderlich. Die Sitzung wird am Sonntag, den 15. März ab 17:00 Uhr im Makan-Späti, (Wurzner Str. 3, 04315 Leipzig) stattfinden. Wer Interesse hat, kann sich via Instagram oder E-Mail unter info@klassegegenklasse.org bei uns melden.
Wir freuen uns auf euch!