Arbeit und Lohn am Limit: Outsourcing, rassistische Migrationspolitik und wie wir dagegen kämpfen

17.06.2026 16:00
Diskussionsveranstaltung

Universität Bremen
GW2 B1410
Universitäts-Boulevard 11/13
28359 Bremen

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Vivantes-Beschäftigte bei der Streikversammlung im SO36 am Vormittag. Foto: Baki Devrimkaya/ KGK.

Unsere Krankenhäuser, Universitäten sowie alle anderen Einrichtungen des gesellschaftlichen Lebens werden täglich am Laufen gehalten, von den unsichtbar gemachten Händen von Arbeiter:innen. Outsourcing beschreibt die Praxis der Auslagerung von Beschäftigten, die bei Kliniken wie der Charité oder Institutionen wie den Universitäten arbeiten, aber über Tochter- und Subunternehmen oder Privatfirmen angestellt sind. Dort werden sie angestellt, damit ihre Arbeitgeber:innen ihnen für ihre Tätigkeit in der Reinigung, Speisenversorgung, Technik oder Logistik nur geringe Löhne zahlen müssen. Zugleich werden die Belegschaften der jeweiligen Betriebe durch diese Praxis voneinander getrennt und gespalten.

Gleichzeitig betrifft Outsourcing vor allem migrantisierte Menschen, die ohnehin ein schweres Leben in Deutschland führen und unter der rassistischen Migrationspolitik leiden. Die prekäre Arbeitssituation erschwert ihr Leben noch zusätzlich, teilweise hängen ihre Aufenthalte an ihren Jobs in outgesourcten Tochterunternehmen.

Beschäftigte bei den Vivantes-Töchterbetrieben in Berlin zeigen aktuell vor, wieso und wie man dagegen kämpfen muss. Bereits seit fast 8 Wochen befinden sie sich in einem Erzwingungsstreik. Auch Beschäftigte des Botanischen Gartens an der Freien Universität Berlin haben mit ihrem Kampf erreicht, dass sie wieder direkt an der Universität angestellt sind und damit nach Tarifvertrag bezahlt werden. In beiden Fällen konnten sich die Beschäftigten auf die Solidarität von Studierenden verlassen, die ihren Kampf sowohl am Botanischen Garten, als auch auf den Streikposten vor den Vivanteskliniken unterstützt haben und im Falle von Vivantes auch weiterhin unterstützen.

Am 17. Juni wollen wir an der Universität Bremen an diesen Beispielen diskutieren, wie wir als Studierende und wissenschaftlich Angestellte genau diese Verbindung der Kämpfe schaffen können, um nicht nur ökonomische Verbesserungen für die Beschäftigten zu erkämpfen, sondern durch diese Arbeitskämpfe direkten Einfluss in die Politik zu nehmen. Wie können wir Angriffe auf Arbeiter:innenrechte, migrantisierte Menschen, Frauen und allen anderen Teilen der Arbeiter:innenklasse zurückschlagen und wieso sind Streiks eines der wichtigsten Mittel für diesen Kampf? All das möchten wir mit euch zusammen diskutieren.