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Bolivien: Die MAS will die ArbeiterInnen von Huanuni niederschlagen

Bolivien: Die MAS will die ArbeiterInnen von Huanuni niederschlagen

Am 21. Sep­tem­ber fand eine bedeu­tende Ver­samm­lung der Arbei­t­en­den des Reviers Hua­nuni statt. Auf der Ver­samm­lung wur­den die Rück­tritte der wichtig­sten drei Gew­erkschafts­führer der COB akzep­tiert und ein Wahlauss­chuss ein­gerichtet wur­den. Dieser muss in Kürze eine neue Gew­erkschaft­wahl organ­isieren. Diese Entschei­dung ist ein Resul­tat der Finanznot und des Ver­suchs der regierungs­fre­undlichen Bürokratie, die Gew­erkschaft zu spal­ten. Jene sieht die Gew­erkschaft, ins­beson­dere den linken Flügel, als ein Hin­der­nis, diesen muti­gen Sek­tor der Arbei­t­en­den zu besiegen.

Mai-Streik und Avantgarde der BergarbeiterInnen

Im Mai waren die Mine­nar­bei­t­erIn­nen aus der Region an der Spitze des durch die COB aus­gerufe­nen Streiks. Diese Avant­garde der Arbei­t­erIn­nen lähmte nicht nur das öffentliche Leben, son­dern entschloss sich auch, in ein­er Gruppe von 5.000 Leuten nach La Paz zu marschieren. Die Kämpfe der Arbei­t­en­den, beson­ders die der Bergar­bei­t­erIn­nen, verdeut­lichen den ein­set­zen­den poli­tis­chen Bruch, den die Arbei­t­en­den mit der MAS-Regierung durch­machen. Dieser Bruch wurde durch Jahre der ständi­gen Zusam­me­nar­beit der Regierung mit den Bossen und dem reichen Teil der Bergar­bei­t­erIn­nen-Genossen­schaften ent­facht. Im Jahr 2012 verur­sachte dies einen bedeu­ten­den Kampf der angestell­ten Bergleute aus Colquiri, die die Ver­staatlichung der gesamten Rohstof­flager­stät­ten forderten, sowie die Ausweisung der multi­na­tionalen Sinchi­Wayra und der Genossen­schaften. Dieses Ereig­nis des Kampfs umfasste die Beset­zung der Mine durch angestellte Bergleute und arme genossen­schaftliche Arbei­t­ende. Diese sehen in der Forderung nach Ver­staatlichung einen Ausweg aus Aus­beu­tung und Prekarisierung,die sie in den Hän­den reich­er genossen­schaftlich­er Mit­glieder erlei­den. Der Mord an Vic­tor Choque bei der Attacke der Genossen­schaften auf das Haup­tquarti­er der FSTMB (Gew­erkschafts­bund der Boli­vian­is­chen Mine­nar­bei­t­erIn­nen), sowie die Regierungsüber­gabe des wertvollen Rosario-Vorkom­mens, führten weit­ere Sek­toren der Arbei­t­en­den in eine Oppo­si­tion zur MAS-Regierung. Der Abbruch der Gespräche zwis­chen der MAS und der COB auf­grund des Rentenge­set­zes ent­fachte die Mobil­isierung und den Kampf zehn­tausender Arbei­t­erIn­nen für ein neues Rentenge­setz. Das beste­hende Rentenge­setz befre­it die UnternehmerIn­nen und den Staat von Renten­zuschüssen und enthält den Kern der neolib­eralen Rentenge­set­zge­bung des ehe­ma­li­gen Präsi­den­ten Sánchez de Losa­da. Die Antwort der Regierung im Mai war scho­nungslose Repres­sion gegen die Arbei­t­en­den der Parotani-Fab­rik und schließlich ein Angriff auf die Mine­nar­bei­t­erIn­nen aus Hua­nuni. All diese Umstände bewegten noch mehr Arbei­t­ende in die poli­tis­che Oppo­si­tion, nicht nur auf den Straßen, son­dern auch in der Diskus­sion über die Arbei­t­erIn­nen­partei. Dabei stell­ten die Huna­nuni-Arbei­t­erIn­nen und ihre Gew­erkschaft eine Avant­garde da.

MAS will die ArbeiterInnen-Avantgarde besiegen

Nach der Auflö­sung des Streiks durch den COB-Bürokrat­en Juan Car­los Tru­jil­lo und der Rück­kehr der Arbei­t­en­den in ihr Revi­er, begann die Regierung ihre Gegenof­fen­sive. Diese basiert auf der Gerichtsver­hand­lung gegen 22 Hua­nuni-Arbeit­er, die beschuldigt wer­den, die Cai­huasi-Brücke gesprengt zu haben. Die Unter­suchung der Hua­nuni Min­ers Com­pa­ny bedro­ht die kollek­tive Arbei­t­erIn­nenkon­trolle und das finanzielle Über­leben. All das erzeugte Angst unter den Arbei­t­en­den, die in diesem Angriff eine Bedro­hung ihrer Arbeitssicher­heit und der Über­lebens­fähigkeit der Mine sieht. Diese braucht weit­ere Investi­tio­nen für Erkun­dun­gen.

Huanuni gegen Vergenossenschaftlichung

Die Regierungskam­pagne gegen die Bergar­bei­t­erIn­nen schlägt die Vergenossen­schaftlichung als einzi­gen Mech­a­nis­mus vor, um den sink­enden Prof­it der Fir­ma zu ver­hin­dern. Die Het­zkam­pagne über den dro­hen­den Bankrott und die Über­gabe der Hua­nuni Min­ers Com­pa­ny (EMH) an die Genossen­schaften wurde durch Aus­sagen des Berg­bau­min­is­ters und von alten Pri­vatisierungs­be­für­wortern, wie Hugo Pereyra oder Pedro Montes (Ehe­ma­liger COB-Vor­sitzen­der und MAS-Funk­tionär) gestützt. Dies führte zur Isolierung des fort­geschrit­ten­sten Sek­tors der Mine­nar­bei­t­erIn­nen und zur Zer­rüt­tung der ein­fachen Arbei­t­erIn­nen, auf­grund von Ver­wirrung und Angst. Das alte MAS-Pro­jekt der Vergenossen­schaftlichung Hua­nu­nis und der damit ver­bunde Sieg über die Arbei­t­erIn­nen­bas­tion wur­den wieder­belebt. Es ist wichtig sich daran zu erin­nern, dass 2006 der MAS-Berg­bau­min­is­ter Vil­laroel gemein­sam mit den wohlhaben­den Genossen­schaften dazu ans­pornte, die Minen zu beset­zen und schließlich einen Angriff erzwang, der mit 16 Toten und vie­len Ver­let­zten endete. Der Wider­stand der Mine­nar­bei­t­erIn­nen, sowie von weit­eren Sek­toren, wie Stu­den­tenIn­nen, Arbeit­slosen und der gesamten Bevölkerung, stoppte die Vergenossen­schaftlichung und die MAS musste die Anstel­lung von 4.000 neuen Arbei­t­en­den akzep­tieren. Jedoch wurde die Het­ze bei einem Tre­f­fen aller Organ­i­sa­tion aus Hua­nuni (Arbeit­slose, LehrerIn­nen, Kul­turzen­tren, Stu­den­ten­werke etc) been­det, gestützt vom Gew­erkschafts­bund der Boli­vian­is­chen Mine­nar­bei­t­erIn­nen (FSTMB). Dieser erk­lärte den Not­stand und dro­hte, die gesamte Region zu mobil­isieren, wenn die arbei­t­erIn­nen­feindliche Poli­tik fort­ge­set­zt würde.

Reorganisiert die Basis und durchbrecht die Isolation

Als Teil diesen Angriffs erre­ichte die Regierung einige Unter­stützung in der let­zten Ver­samm­lung, beim Ver­such die Arbei­t­en­den zu spal­ten. Diese sehen in der Gew­erkschaft und in der Arbei­t­erIn­nen­partei den Grund für diesen Angriff. Sie provozierten den Rück­tritt von drei Gew­erkschafts­führern und die Aus­ru­fung neuer Wahlen, obwohl sie keinen Platz für eine Diskus­sion über die Zukun­ft der Fir­ma und eine mögliche Vergenossen­schaftlichung bieten kon­nten. Wir müssen uns mit den Hua­nuni-Arbei­t­erIn­nen sol­i­darisieren. Sie fordern, dass das Gerichtsver­fahren der 22 Arbei­t­en­den been­det wird und dass die MAS-Regierung 56 Mil­lio­nen Dol­lar investiert, die Hua­nuni für Pro­jekt braucht, die die Lebens­dauer der Lager­stätte ver­längern und eine wach­sende Pro­duk­tiv­ität der Fir­ma ermöglichen. Die Zukun­ft Huna­nu­nis kann nicht die Iso­la­tion sein. Hua­nu­nis Zukun­ft ist mit der Zukun­ft der ganzen Berg­bauin­dus­trie verknüpft. Das bedeutet, anz­u­fan­gen zu disku­tieren und für die Ver­staatlichung der multi­na­tionalen Berg­bauin­dus­trie zu kämpfen. Sowie die Ausar­beitung eines Plans zur ver­traglichen Angliederung tausender armer genossen­schaftlich­er Arbei­t­en­der, die heute von der Gnade der besitzen­den Klasse abhängig sind (Minenbe­sitzende und reiche Genossen­schafts­man­ag­er), die aktiv Prekarisierung fördern. Nur die Ver­staatlichung mit einem Plan, kon­trol­liert von den Arbei­t­en­den, kann einen fortschrit­tlichen Weg aus dem möglichen Fall der Preise anbi­eten. Eine drin­gende Reor­gan­i­sa­tion der Avant­garde der Mine­nar­bei­t­erIn­nen ist nötig, um diese Vorschläge in der kom­menden Gew­erkschaftswahl auszuar­beit­en.

ArbeiterInnenpartei erfolgreich trotz Angriffen der MAS

Die ersten Auswirkun­gen der Regierung­sof­fen­sive waren inner­halb der Arbei­t­erIn­nen­partei spür­bar. Denn der reformistis­che Teil ver­sucht, einen Vorteil aus dem teil­weisen Rückschlag in Hua­nuni zu ziehen. Allerd­ings posi­tion­ierten sich die regionalen Ver­samm­lun­gen in Cochabam­ba und La Paz zu Gun­sten der Vertei­di­gung des Berg­bausek­tors. Sie fordern die Befreiung der 22 Arbei­t­en­den und die Ablehnung der Erk­lärun­gen einiger Anführer, die vorschlu­gen, in einen Dia­log mit der bürg­er­lichen Oppo­si­tion oder mit MAS-Unzufriede­nen zu treten. Diese, vom 23. bis zum 24. Sep­tem­ber abge­hal­te­nen, regionalen Ver­samm­lun­gen wählten ihre regionalen Anführer und debat­tierten die Anfänge in den Uni­ver­sitäten, den Zen­tren der Kam­pagne für die Vertei­di­gung Hua­nu­nis und gegen die MAS-Angriffe bei der Zulas­sung zur Wahl 2014. Auf dem drit­ten Parteitag der Arbei­t­erIn­nen­partei soll eine Leitung aus­gewählt wer­den, die die Partei und die Zulas­sungskam­pagne organ­isieren wird. Tru­jil­lo von COB ver­suchte bere­its eine Eini­gung mit der Arbei­t­erIn­nen­partei zu ver­hin­dern, trotz der Res­o­lu­tio­nen des 15. COB-Kongress und des 31. Mine­nar­beit­erkon­gress­es. In dieser Sit­u­a­tion wer­den sich die poli­tis­chen Kämpfe gegen die regierungs­fre­undliche Gew­erkschafts­bürokratie aus­prä­gen und dafür wer­den die Arbei­t­en­den, Stu­dentIn­nen und alle, die dazu bere­it sind, die Klasse­nun­ab­hängigkeit vertei­di­gen. Gemein­sam mit dem linken Flügel der Hua­nuni-Arbei­t­erIn­neen, die Aktio­nen in allen Regio­nen koor­dinieren, in denen wir präsent sind.

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