Unsere Klasse

Bildungsstreik, Studentenwerksstreik: ein Kampf!

Flyer zum Streik beim Berliner Studentenwerk

Bildungsstreik, Studentenwerksstreik: ein Kampf!

// Flyer zum Streik beim Berliner Studentenwerk //

An die Studierenden:

Wir befinden uns schon seit einigen Wochen im Bildungsstreik und haben mit Demonstrationen und Besetzungen bundesweit und international auf die Probleme im Bildungssystem aufmerksam gemacht. Aber direkt neben uns findet ein weiterer wichtiger Kampf statt: die Beschäftigten im Studentenwerk Berlin, die in der Mensa, in den Kitas, im BAFöG-Büro usw. arbeiten, sind seit Monaten in Tarifauseinandersetzungen, um nach 6 Jahren des Verzichts auf 8-12% ihres Lohns endlich mal wieder eine Anhebung ihres Gehalts und eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu erreichen. Darum hat die Tarifkomission des Studentenwerks die Forderung aufgestellt, rückwirkend ab März 2009 den Lohn um den Sockelbetrag von 50€ sowie weiteren 3,1% anzuheben, die Ausbildungsvergütungen anzuheben, das Ost-West-Gefälle der Löhne abzuschaffen und die Leiharbeitsplätze durch feste Arbeitsverhältnisse zu ersetzen.

Diesen Arbeitskampf müssen wir als Studierende unbedingt unterstützen, denn die Kernforderung des Bildungsstreiks ist die Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen im Bildungssystem! Erste Aktionen gab es schon: Studierende haben sich in einer Personalversammlung des Studentenwerks mit dem Arbeitskampf solidarisch erklärt; es gab Solidarität von Studierenden beim ReinigerInnenstreik; die StudentenwerklerInnen haben bei den Demos am 17.11. gemeinsam mit uns protestiert und dabei auch ihre Solidarität mit unseren Forderungen bekundet.

Die Mechanismen, die uns Studierende ständig steigenden Leistungsdruck auferlegen und Bildung immer marktorientierter gestalten, greifen nämlich nicht nur im Bildungssystem, sondern beruhen auf gesamtgesellschaftlichen Strukturen, nämlich der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Die Logik der Effizienzsteigerung und Profitmaximierung betrifft somit nicht nur SchülerInnen und Studierende, sondern auch – und in weit größerem Maße – die arbeitende Bevölkerung. Zusätzlich werden die meisten Studierenden später selbst lohnabhängig sein, wenn sie es nicht durch Nebenjobs schon sind. Die Proteste der StudentenwerklerInnen haben also den selben Hintergrund wie der Bildungsstreik! Umso schlimmer ist es, dass sich die Bildungsstreikforderungen oftmals nur auf Studienbedingungen konzentrieren und die Belange der arbeitenden Bevölkerung fast völlig außer Acht lassen.

Die Beschäftigten im Studentenwerk haben mit ihrem Arbeitskampf, nach dem Streik der GebäudereinigerInnen im Oktober, eine zweite Möglichkeit eröffnet, den Bildungsstreik weiterzutreiben: Die StudentenwerklerInnen sorgen tagtäglich in der Mensa, in der Kita und in der Verwaltung dafür, dass die Uni in Bewegung bleibt – wenn sie mit unserer Unterstützung streiken, legen wir gemeinsam die komplette Uni lahm! So können wir unseren Forderungen gemeinsam Nachdruck verleihen und die Proteste auf die nächste Stufe heben.

  • Unterstützt den Warnstreik der Studentenwerksbeschäftigten!
  • Gegen prekäre Arbeitsverhältnisse in der Universität!
  • Für gemeinsame Streiks von Studierenden und Beschäftigten!

An die StudentenwerklerInnen:

Ihr befindet euch seit Monaten in Tarifauseinandersetzungen. Nach 6 Jahren des Verzichts habt ihr endlich mal wieder eine Anhebung eures Gehalts und eine Verbesserung eurer Arbeitsbedingungen verdient! Wir Studierenden möchten uns mit eurem Kampf solidarisieren und eure Proteste unterstützen! Wir sind selbst seit einiger Zeit bundesweit und international im Streik, um den untragbaren Verhältnissen im Bildungssystem etwas entgegenzusetzen. Denn wir leiden genau wie ihr unter Kürzungen und einem angeblichen Sparzwang. Wir können nur dann Verbesserungen für alle erreichen, wenn wir gemeinsam die Uni lahmlegen! Erste Aktionen gab es schon: Studierende haben sich in einer Personalversammlung des Studentenwerks mit dem Arbeitskampf solidarisch erklärt; es gab Solidarität von FU- und TU-Studierenden auch schon beim ReinigerInnenstreik; ihr habt bei den Demos am 17.11. gemeinsam mit Studierenden protestiert und dabei auch eure Solidarität mit unseren Forderungen bekundet.

Wir wissen, dass es für viele von euch euer erster Arbeitskampf ist. Wir wissen, dass die Geschäftsführung immer wieder versucht, euch Angst zu machen, damit ihr einfach eure schlechten Arbeitsbedingungen akzeptiert. Aber ihr habt ein Recht auf gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung! Auch Leiharbeitskräfte können an diesem Kampf teilnehmen: Auch wenn ihr nicht direkt von den Tarifauseinandersetzungen betroffen seid, ist es für euch rechtlich unzumutbar, als StreikbrecherInnen eingesetzt zu werden. Also kämpft gemeinsam mit euren KollegInnen für bessere Bedingungen für alle! Wenn ihr euch nicht spalten lasst, seid ihr viel stärker! Ihr könnt mit unserer Solidarität rechnen!

Auch für euch, die Beschäftigten im Studentenwerk, ist es notwendig, euren Arbeitskampf mit dem Bildungsstreik zu verbinden: ihr sorgt tagtäglich in der Mensa, in der Kita und in der Verwaltung dafür, dass die Uni in Bewegung bleibt – wenn ihr mit unserer Unterstützung streikt, legen wir gemeinsam die komplette Uni lahm! Leider hat ver.di in der Vergangenheit Streiks mit faulen Kompromissen beendet – wir können euch dabei helfen, dass das nicht nochmal passiert! Nur gemeinsam können wir unseren Forderungen nach besserer Bildung und besserer Bezahlung Nachdruck verleihen und die Proteste auf die nächste Stufe heben.

  • Streikt und kämpft für bessere Arbeitsbedingungen! Lasst euch nicht einschüchtern!
  • Gegen prekäre Arbeitsverhältnisse in der Universität!
  • Für gemeinsame Streiks von Studierenden und Beschäftigten!

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