Unsere Klasse

Auslagerung und Befristungen verbieten!

In Berlin haben Arbeiter*innen aus unterschiedlichen Betrieben zum 1. Mai eine Unterschriftensammlung zum Verbot von Auslagerung und Befristung gestartet. Wir spiegeln den Text der Erklärung, die von 100 Kolleg*innen aus verschiedensten prekären Bereichen ausgeht.

Auslagerung und Befristungen verbieten!

Wir sind Arbeiter*innen aus unter­schiedlichen Berlin­er Betrieben und starten diese Unter­schriften­samm­lung, um unser­er Stimme als Beschäftigte Gehör zu schaf­fen. Wir fordern ein Ver­bot von Aus­lagerung und Befris­tung!

Den unten ste­hen­den Text haben wir mit den Namen der Unterzeichner*innen bei der DGB-Demo am 1. Mai als Fly­er verteilt.

Wenn Du eben­falls den Text unterze­ich­nen willst, trage Dich unten in das For­mu­lar ein! Falls du über Aktio­nen und Aktiv­itäten gegen Aus­lagerun­gen und Befris­tun­gen in Berlin informiert wer­den willst, hin­ter­lasse auch eben­falls deine Kon­tak­t­dat­en. (diese wer­den nicht veröf­fentlicht)

Auslagerung und Befristung verbieten!

Ein Einkom­men, das ger­ade so zum Leben reicht und ger­adewegs in die Alter­sar­mut führt? Für viele Berliner*innen ist das trau­rige Real­ität, so auch für uns. Prekarisierung in Form von unsicheren Arbeitsver­hält­nis­sen und schlecht­en Löh­nen greift immer mehr um sich. Dieser Trend ist natür­lich kein Zufall, son­dern Ergeb­nis von Unternehmensstrate­gien, die auf unserem Rück­en noch den let­zten Cent Prof­it her­auss­chla­gen sollen. Und das Ergeb­nis ein­er Poli­tik, die den Unternehmen alle Mit­tel lässt, um genau das zu tun.

Aus­lagerung und Befris­tung sind zwei der wichtig­sten Mit­tel, mit denen unsere Löhne gedrückt und unser Wider­stand dage­gen geschwächt wer­den. Mit dem Out­sourc­ing in kün­stliche getren­nte Tochter­fir­men wer­den wir zu Beschäftigten zweit­er Klasse, die keinen Anspruch mehr auf gle­iche Bezahlung haben. Und mit­tels ständi­ger Befris­tung unser­er Verträge wird nicht nur der Kündi­gungss­chutz aus­ge­he­belt, es wird auch dafür gesorgt, dass viele sich nicht gegen die schlecht­en Löhne wehren. Denn son­st ist klar, wer nicht mehr ver­längert wird.

Dieses Prinzip ist nicht nur im pri­vat­en Sek­tor beliebt, es macht auch vor öffentlichen Ein­rich­tun­gen keinen halt – ganz im Gegen­teil: Etwa 60 aus­ge­lagerte Tochter­fir­men gibt es allein bei Berlin­er Lan­des­be­trieben. Statt der üblichen Tar­ifverträge im öffentlichen Dienst, gibt es also an Kranken­häusern, Flughäfen und Unis plöt­zlich indi­vidu­ell aus­ge­han­delte Verträge mit Bezahlung „nach Nase“ oder den Abschluss von Haus­tar­ifen, die deut­lich unter dem Niveau des „Mut­ter­be­triebs“ liegen. Für uns bedeutet das, für die gle­iche Arbeit teil­weise mehrere hun­dert Euro weniger zu bekom­men, als unsere Kolleg*innen. Diese Möglichkeit der Tar­if­flucht ist der Haupt­grund, warum Aus­lagerun­gen in der Chefe­tage so beliebt sind.

Wir, das sind aber nicht nur Beschäftigte solch­er Tochter­fir­men, son­dern auch aus den „Müt­tern“. Die Ungle­ich­heit unser­er Löhne ist nicht nur unmoralisch, sie bedro­ht uns auch. Denn unsere Jobs kön­nten die näch­sten sein, die aus­ge­lagert wer­den.

Doch wir lassen uns diese Ungerechtigkeit nicht länger bieten! Bere­its seit Jahren gibt es immer wieder Kämpfe gegen Dump­inglöhne und Aus­lagerung. Nur ein Teil war bish­er erfol­gre­ich und neue Angriffe fol­gten auf dem Fuße. Doch wir wollen nicht immer wieder von neuem anset­zen, son­dern ein für alle Mal die Spal­tung über­winden, die man uns aufgezwun­gen hat.

Dafür wer­den Appelle an den Sen­at oder gar an unsere Chefs nicht reichen. Sie haben oft genug gezeigt, dass lauter Protest und vor allem Streiks die einzige Sprache sind, die sie ver­ste­hen. Wir müssen uns also darauf vor­bere­it­en, ihnen unsere Forderun­gen mit Nach­druck zu servieren:

• Sofor­tige Rück­führung aller aus­ge­lagerten Tochterun­ternehmen! Für ein Ver­bot von Aus­lagerung und für Arbeit­splatzsicherung für alle Beschäftigten!

• Über­nahme aller befris­tet Beschäftigten in Festverträge! Für ein weitre­ichen­des Ver­bot von Befris­tun­gen!

Um das durchzuset­zen, brauchen wir eine starke Ver­net­zung, gemein­same Aktio­nen und gegen­seit­ige Sol­i­dar­ität in unseren Kämpfen. Doch unsere stärk­ste Waffe sind gemein­same Streiks. Lasst sie uns nutzen!

Hier geht es zu der Unter­schriften­samm­lung mit regelmäßig aktu­al­isiert­er Unter­schriften­liste.

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