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Argentinien: Wieder mordet die Polizei, um Landraub zu unterstützen

Am Samstag eröffnete die Polizei in Patagonien das Feuer auf eine Gruppe von Mapuche. Der 22-jährige Rafael Nahue – Bewohner des indigenen Dorfes Lof Lafken Winkul Mapu – wurde durch Schüsse in den Rücken getötet. Andere Demonstrant*innen wurden mit Schussverletzungen festgenommen, flüchteten in die Berge oder sind verschwunden. Eine erneute Repression des argentinischen Staates im Interesse der multinationalen Konzerne Benetton und Lewis, die die Mapuche von ihren Ländereien vertreiben, um dort Wolle zu produzieren.

Argentinien: Wieder mordet die Polizei, um Landraub zu unterstützen

Am ver­gan­genen Don­ner­stag hat­te die Polizei das Dorf Lof Lafken Winkul Mapu geräumt, und eine größere Gruppe von Mapuche war vor der Repres­sion in die Berge geflo­hen. Seit­dem durchkämmte mil­i­tarisierte Polizei die Region mit Unter­stützung von Hub­schraubern. Am Sam­stag stieß die Polizei auf eine Gruppe von Mapuche, die sich aus den Bergen in Rich­tung ein­er Straße bewegte. Die Nachricht­e­nar­gen­tur Télam berichtet: “Polizeiquellen hät­ten geäußert, dass sie mit Steinen von den fliehen­den Mapuchen ange­grif­f­en wur­den und sie hät­ten mit Gum­mi und schar­fer Muni­tion geant­wortet.” Der junge Mapuche Rafael Nahue wurde dabei durch einen Schuss in den Rück­en getötet.

Daraufhin wurde auch der örtliche Gen­er­alsekretär der Gew­erkschaft der Staatlichen Beschäftigten, Javier Milani, und seine Frau Flo­ren­cia Placi­di von der Polizei ver­haftet. Die Gew­erkschaft hat­te den Vor­fall als Mord verurteilt und zu Protesten aufgerufen. Andere Gew­erkschafter sind Ver­schwun­den.

Dieser Vor­fall rei­ht sich ein in eine Serie von bru­taler Repres­sion des Staates gegen die Mapuche und fand nur einen Tag vor der Beerdi­gung von San­ti­a­go Mal­don­a­do statt. Dieser wurde im August von der Polizei während ein­er Demon­stra­tion ent­führt und ermordet.

Am Son­ntag Nach­mit­tag gin­gen lan­desweit tausende Men­schen auf die Straße, um gegen den erneuten Mord und die Repres­sion der Regierung zu demon­stri­eren. Ein­er Regierung, die selb­st davor nicht zurückschreckt, Aktivist*innen, die gegen den Lan­draub der inter­na­tionalen Tex­tilun­ternehmen zu protestieren, ermor­den zu lassen und jet­zt, einen guten Monat vor dem Beginn der ersten G20-Vor­bere­itungstr­e­f­fen in dieser Region, die Proteste der Mapuche in Blut zu erstick­en.

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