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Amazon goes Blockupy

Amazon goes Blockupy

Das Block­upy-Bünd­nis mobil­isiert zum 18. März mit dem Slo­gan: „18 null drei – ich nehm mir frei“. Der Aufruf wurde auch von den Kol­legIn­nen bei Ama­zon am Stan­dort Bad Hers­feld ver­nom­men. Deshalb mobil­isiert auch die dor­tige Betrieb­s­gruppe, um gemein­sam nach Frank­furt zu fahren und an den Aktio­nen teilzunehmen – möglichst auch zusam­men mit Kol­legIn­nen aus anderen Ama­zon-Stan­dorten.

Dass die Streik­enden damit über ihren eige­nen Betrieb hin­aus­ge­hen, ist nur fol­gerichtig. Sie beschränken ihren Protest nicht auf die Geschäfts­führung des Unternehmens, son­dern richt­en sich auch gegen die Poli­tik der deutschen Regierung, die ganz direkt oder über den Umweg der europäis­chen Insti­tu­tio­nen Druck auf Arbei­t­erIn­nen in Deutsch­land ausübt und die Geschäft­sprak­tiken von Ama­zon erst ermöglicht. Min­destens eben­so wichtig ist der Aspekt der Sol­i­dar­ität mit Arbei­t­erIn­nen all jen­er Län­der, die bere­its viel härter vom Spar­dik­tat betrof­fen sind, ins­beson­dere in Griechen­land.

Die Block­upy-Aktio­nen der let­zten Jahre kon­nten zwar viele Men­schen anziehen und ein großes Medi­ene­cho erzeu­gen. Doch der tat­säch­liche poli­tis­che Druck, der dadurch ent­stand, war immer begren­zt. Meist han­delte es sich um gut sicht­bare, aber den­noch nur sym­bol­is­che Aktio­nen.

Wenn jedoch Arbei­t­erIn­nen in den Streik treten und damit die kap­i­tal­is­tis­che Ver­w­er­tungs­maschiner­ie ins Stock­en brin­gen, wird der Druck auf Poli­tik und Unternehmen ungle­ich größer – wie zulet­zt der Bahn­streik ein­drucksvoll gezeigt hat.

Auch Block­upy-AktivistIn­nen haben das teil­weise erkan­nt und begonnen, Arbeit­skämpfe zu unter­stützen. So wurde zum Beispiel im Jahr 2013 bei Aktio­nen in der Frank­furter Einkauf­s­meile „Zeil“ auf den Streik im Einzel­han­del Bezug genom­men. Doch kommt diese Unter­stützung meist nur von außen, anstelle des Auf­baus ein­er echt­en Basis unter den Arbei­t­erIn­nen selb­st.

Im Laufe des ver­gan­genen Jahres wur­den Kon­tak­te zwis­chen Block­upy-AktivistIn­nen und Ama­zon-Kol­legIn­nen geknüpft, ins­beson­dere in Bad Hers­feld. In der Aktionswoche vor Wei­h­nacht­en, als an sieben von neun Stan­dorten gestreikt wurde, gab es dort dann eine Unter­stützungsak­tion, bei der Block­upy-AktivistIn­nen gemein­sam mit hun­derten Beschäftigten die LKW-Aus­fahrten block­ierten und für mas­sive Verzögerun­gen sorgten.

Die Ama­zon-Beschäftigten wollen nun an den Protesten gegen die EZB teil­nehmen und auch auf der Demon­stra­tion als kämpfende Arbei­t­erIn­nen erkennbar bleiben. Sie mobil­isieren deswe­gen zusam­men mit dem bun­desweit­en Soli-Net­zw­erk, um nicht nur die Streik­enden weit­er­er Stan­dorte, son­dern auch jene aus anderen Branchen in die Proteste einzubeziehen, die sich eben­falls ger­ade im Arbeit­skampf befind­en – so zum Beispiel die Kol­legIn­nen der Sozial- und Erziehungs­di­en­ste, die in den kom­menden Monat­en voraus­sichtlich selb­st für bessere Tar­ife streiken wer­den.

Diese Beispiele soll­ten Schule machen. Ger­ade in Streiks poli­tisieren sich viele Arbei­t­erIn­nen und stellen fest, dass es grundle­gende poli­tis­che Verän­derung braucht, um ihre Prob­leme zu lösen. Die radikale Linke muss deshalb über ihre Event-Poli­tik hin­aus gehen und eine stärkere Ori­en­tierung auf Arbeit­skämpfe und gemein­sam organ­isierte Sol­i­dar­ität­sak­tio­nen entwick­eln. Denn nur der Auf­bau ein­er klassenkämpferischen Basis in der Arbei­t­erIn­nen­be­we­gung kann dem deutschen und europäis­chen Kap­i­tal tat­säch­lich gefährlich wer­den.

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