Unsere Klasse

AfD-Attacke auf Gewerkschafter – ein Angriff auf uns alle!

Am vergangenen Freitag haben zwei AfD-Anhänger in Hanau einen Gewerkschafter bei Protesten gegen eine Veranstaltung mit Beatrix von Storch so lange gewürgt, bis er sein Bewusstsein verlor. Der Angriff ist kein isolierter Vorfall.

AfD-Attacke auf Gewerkschafter – ein Angriff auf uns alle!

Bild: Die Protest-Kundge­bung in Hanau, bei der der Angriff stat­tfand. 

Schon im Vor­feld hat der DGB Südos­thessen über einen Angriff der AfD berichtet. Nach­dem der DGB vol­lkom­men richtiger­weise Proteste gegen eine AfD-Ver­anstal­tung mit Beat­rix von Storch – ein­er Vor­re­i­t­erin des recht­en Flügels der AfD – angekündigt hat­te, ver­suchte ein Direk­tkan­di­dat der AfD zunächst ein offenes Gespräch mit dem DGB zu führen. Ulrike Eifler, Geschäfts­führerin des DGB Südos­thessen, stellte dazu fest:

Aus mein­er Sicht wollte er sich als Sauber­mann darstellen und uns die Krawal­lka­rte zuschieben. […] Er bat um eine Unterre­dung im Gew­erkschaft­shaus und äußerte, danach müsse der Protest gegen die AfD gar nicht mehr stat­tfind­en.“

Der DGB hat auch öffentlich klargestellt, dass an einem Gespräch kein Inter­esse beste­he, die AfD in Gew­erkschaft­sräu­men nicht willkom­men sei und angekündigt, dass sie vom Haus­recht Gebrauch machen wer­den. Auf die Absage des DGB hat die AfD Proteste vor den Hanauer Gew­erkschaft­shaus organ­isiert, ange­blich um auf „poli­tis­che Straftat­en und Link­sex­trem­is­mus“ hinzuweisen. Doch bei bloßer Het­ze gegen Gew­erkschaften blieb es auch zu dem Zeit­punkt nicht. Beim Hanauer DGB kamen daraufhin drei Briefe an, in denen offene Dro­hun­gen for­muliert wur­den. Die Briefe sind laut Ulrike Eifler voll mit übler Het­ze wie „Ihr rot­faschis­tis­chen Drecksver­brech­er werdet so enden wie 1933“ oder „Ihr verun­treut Arbeit­ergelder für bolschewis­tis­che Pro­pa­gan­da und Volksver­rat“.

Die Lage eskalierte bei den Protesten gegen von Storch endgültig. Dem DGB zufolge hat­ten sich zwei AfD-Anhänger unter die 400 Gegendemonstrant*innen gemis­cht. Zunächst bedrängte ein AfD-Anhänger Ulrike Eifler und ver­suchte, ihr das Mikro­fon aus der Hand zu nehmen. Nach­dem ein Ord­ner ihn zu gehen auf­forderte zu gehen, kam er dem zunächst nach. Gemein­sam grif­f­en sie dann jedoch hin­ter­rücks den Ord­ner und aktiv­en Gew­erkschafter an und würgten ihn sog­ar weit­er, als er schon bewusst­los am Boden lag. Zu seinem Glück bemerk­ten umste­hende Gegenprotestant*innen den Angriff , kon­nten ein­schre­it­en und damit Schlim­meres ver­hin­dern Mit Schädel-Hirn-Trau­ma, Prel­lun­gen und kurzzeit­iger Amne­sie wurde der Kol­lege daraufhin ins Kranken­haus gebracht. Der DGB hat Anzeige wegen schw­er­er Kör­per­ver­let­zung gestellt.

Robert Weißen­brun­ner von der IG-Met­all Hanau-Ful­da stellte nach dem Vor­fall fest: „Die Gren­zen sind über­schrit­ten: Der Angriff zeigt, dass die ver­balen Ent­gleisun­gen der AfD, wie wir sie in der let­zten Woche gegen Ulrike Eifler und Tobias Huth erlebt haben, in offene Gewalt umschla­gen kön­nen.“ Er hat völ­lig Recht damit, dass der Anschlag eine neue Qual­ität bedeutet. Zuvor war die AfD noch davor zurück­geschreckt, gewalt­sam gegen Gew­erkschaften und ihre Mit­glieder vorzuge­hen. Nun aber ist die AfD völ­lig eskaliert. Die Entwick­lung in Hanau deutet an, wohin die Reise der AfD auch bun­desweit gehen kann.Die AfD ist aber nicht nur wegen solch­er Angriffe eine Gefahr für alle Arbeiter*innen, son­dern auch wegen ihrer neolib­eralen, anti-gew­erkschaftlichen Het­ze. Sie ver­tritt das Inter­esse des Kap­i­tals nicht zulet­zt, weil sie auch von Kapitalist*innen finanziert wird.

Damit dieser Fall ein Einzelfall bleibt, müssen wir alle dage­gen vorge­hen. Alle Arbeiter*innen, Migrant*innen und Frauen müssen gemein­sam gegen die AfD und ihre Het­ze kämpfen. Egal ob wir Björn Höcke von einem Streik schmeißen, gegen Beat­rix von Storch protestieren oder Demon­stra­tio­nen organ­isieren. Es braucht eine Ein­heits­front von Gew­erkschaften, migrantis­chen Organ­i­sa­tio­nen, reformistis­chen Parteien, linken Grup­pen, Frauen und Jugendlichen gegen den Recht­sruck und die AfD. Die AfD hat mit dem Vor­fall gezeigt, wohin ihr Weg führt, aber das bedeutet nur umso mehr, dass wir uns ihr gemein­sam in den Weg stellen wer­den. Sol­i­dar­ität mit dem Betrof­fe­nen und Kampf der AfD!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.