Welt

Acht der kämpferischen sozialistischen Arbeiter*innen, die bei der Internationalen Mai-Kundgebung sprechen

An diesem 1. Mai machen wir um 20 Uhr auf den Seiten von Klasse Gegen Klasse eine internationalistische Online-Kundgebung. Hier sind 8 der kämpferischen Redner*innen.

Acht der kämpferischen sozialistischen Arbeiter*innen, die bei der Internationalen Mai-Kundgebung sprechen

„Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ – Die berühmte Losung von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Kommunistischen Manifest wird oft verwendet, ist aber schwer zu erfüllen. Sie stellt den Internationalismus in den Mittelpunkt und betont, dass die Arbeiter*innenklasse kein Vaterand hat und jeden nationalen Chauvinismus kompromisslos bekämpfen muss. Sie bedeutet, unerschütterlich antiimperialistisch zu sein, sowohl gegen die von den USA abgeworfenen Bomben als auch gegen Sanktionen, die den arbeitenden und unterdrückten Menschen in anderen Ländern aufgerdrückt werden.

Vor allem aber betont sie den Aufbau einer internationalen Organisation, die unabhängig von den Kapitalist*innen und ihren Verbündeten ist. Eine Organisation, die in der Befreiung der globalen Arbeiter*innenklasse verwurzelt ist.

RIO und unsere Website Klasse gegen Klasse sind Teil eines internationalen Netzwerks, das beim Aufbau einer solchen Organisation eine Rolle spielen will, in der Tradition von Marx, Lenin, Luxemburg und Trotzki. Teil unserer internationalen Strömung ist die PTS in der Front der Linken in Argentinien, mit Mitgliedern im Kongress, Gewerkschaftsführer*innen und sozialistisch-feministischen Anführerinnen der Frauenbewegung. Wir haben auch Gruppen in Brasilien, Chile, Mexiko und Frankreich, sowie kleinere Ligen in Uruguay, Peru, Costa Rica, Venezuela, Bolivien, dem Spanischen Staat und Italien. In den USA geben unsere Genoss*innen
die Publikation Left Voice heraus. Die Publikationen unserer verschiedenen Gruppen erreichen mehr als 10 Millionen Menschen auf der ganzen Welt, betonen den Klassenkampf und verbreiten revolutionäre Politik.

Klickt hier für die virtuelle Internationale Online-Kundgebung am Freitag, dem 1. Mai, um 20 Uhr.

Aber diese Gruppen sind mehr als nur Publikationen: Unsere Genoss*innen intervenieren im Klassenkampf auf der ganzen Welt. Ob in ihren Gewerkschaften oder in den sozialen Bewegungen, kämpfen sie mit einer Klassenperspektive, die die revolutionäre Politik in den Vordergrund stellt. Heute kämpfen sie für eine Lösung für die gegenwärtige Krise, die die Arbeiter*innenklasse stärkt und die Verantwortung für die Krise direkt auf die Schultern derjenigen legt, die sie geschaffen haben: die Kapitalist*innen und ihre Regierungen. Diese acht Kämpfer*innen werden, neben weiteren, an unserer internationalen Online-Kundgebung an diesem 1. Mai anlässlich des Internationalen Kampftags der Arbeiter*innen teilnehmen:

Wir sind austauschbar und entbehrlich in den Augen vieler derjenigen Leute, die während der Pandemie in ihren Luxus-Eigentumswohnungen sicher sind… Wir kämpfen um unser Leben, was bedeutet, dass wir das Gesundheitssystem grundlegend umgestalten müssen, es aus den Händen der Bosse herausnehmen müssen, im Grunde genommen Kapitalist*innen, Pharma-Konzerne, Versicherungsgesellschaften, Krankenhauskonzerne.
– Tre Kwon in der Zeitschrift Teen Vogue

Tre Kwon ist Krankenschwester, Mutter eines Neugeborenen und revolutionäre Sozialistin. Sie befand sich im Mutterschaftsurlaub, als die Pandemie ausbrach, und kehrte vorzeitig wieder an die Seite ihrer Kolleg*innen zurück, um im Kampf gegen die Krise der öffentlichen Gesundheit zu helfen. Sie und andere Krankenpfleger*innen halfen bei der Gründung eines Gesundheits- und Sicherheitskomitees, organisierten Aktionen in ganz New York City und sprachen sich gegen Donald Trumps völlig kriminelles Fehlverhalten im Umgang mit der Krise aus. Während Andrew Cuomo (Gouverneur von New York) als Held gepriesen wird und zum Liebling der Demokratischen Partei wird, spricht Tre sich gegen Cuomo aus, der seit Jahren die Unterfinanzierung und Unterbesetzung des Gesundheitswesens von New York City aufrecht erhält. Sie war unter anderem in Democracy Now!, Teen Vogue, BBC und CBS zu sehen und sprach über die Notwendigkeit, das Gesundheitswesen unter Kontrolle der Arbeiter*innen zu verstaatlichen.

Diese Fabrik stellt nicht nur Fliesen her; sie hat freie Männer und Frauen produziert. Dieses kleine Beispiel, zu dem wir von diesem kleinen Ort in Patagonien aus beigetragen haben, hat Tausenden von Genoss*innen auf der ganzen Welt gezeigt, wozu wir als Arbeiter*innen in der Lage sind. Diejenigen, die die Welt regieren, können wir stoppen. Und wir können sie auf anderen Fundamenten wieder aufbauen, nicht auf dem Fundament der Ausbeutung. Zum Wohle der gesamten Menschheit, und nicht nur zum Wohle einiger weniger.
– Raul Godoy

Raul Godoy ist einer der Anführer*innen der Partei Sozialistischer Arbeiter*innen (PTS) in Argentinien. Er arbeitet in einer Keramikfabrik, die 2001 besetzt wurde und die Produktion unter Arbeiter*innenkontrolle wieder aufnahm. Die Fabrikarbeiter*innen stellten sich gegen die Polizei und stellten Keramikkugeln her, die sie für Schleudern verwendeten, als die Polizei drohte, die Fabrik zu stürmen. Sie hatten massive Unterstützung von Seiten der Bevölkerung, angefangen bei der benachbarten indigenen Gemeinde, sowie von anderen Bevölkerungsgruppen. Als die Polizei sie vertreiben wollte, schworen die Beschäftigten des Gesundheitswesens, dass sie den im Kampf gegen Zanon verletzten Polizist*innen nicht helfen würden, und während des gesamten Kampfes wurden Menschen, die sich in Solidaritätsaktionen engagierten, inhaftiert. Als es den Zanon-Arbeiter*innen gelang, die Fabrik zu übernehmen, wurde sie zum Zentrum für lokalen Aktivismus, in dem Konferenzen und „Konzerte ohne Bullen“ für die Gemeinde veranstaltet wurden. Ein Teil dieses Prozesses wurde in dem Dokumentarfilm The Take von Naomi Klein gezeigt.

Raul Godoy wurde später zum Abgeordneten für das Parlament der Provinz Neuquen gewählt. Von seiner Diät behielt er nicht mehr als das Gehalt eines Lehrers und spendete den Rest für Arbeiter*innenkämpfe. Dasselbe gilt für alle anderen Mitglieder der Wahlkoalition, der die PTS angehört, der Front der Linken – Einheit (FIT-U). Als Godoy seine Amtszeit im Parlament beendete, kehrte er zu seiner Arbeit in Zanon zurück, wo er weiter in der Keramikfabrik arbeitete.

Marcello Pablito, MRT (Brasilien)

So wie die Schwarzen Haitianer*innen Napoleon besiegten, um die Unabhängigkeit zu erlangen und sich von der Sklaverei zu befreien, muss die Arbeiter*innenklasse des 21. Jahrhunderts die politische Macht übernehmen und die rassistische Bourgeoisie besiegen, um eine neue Gesellschaft aufzubauen.
– Marcello Pabltio

Pablito ist einer der Anführer*innen der MRT und einer der Anführer*innen der afrosozialistischen Gruppierung der MRT, Quilombo Vermelho (Roter Quilombo). Quilombos waren Gemeinschaften entflohener Sklav*innen in Brasilien, die manchmal Tausende zählten und als Bastionen dienten, von denen aus Sklavenbesitzer*innen angegriffen wurden, um Sklav*innen zu befreien. Quilombo Vermelho greift diese Geschichte des Kampfes neben der marxistischen Theorie und einer Geschichte des Kampfes der Arbeiter*innenklasse in der ganzen Welt auf und ruft zur Einheit der Arbeiter*innen aller Ethnien und Hautfarben auf, um Rassismus und alle Formen der Unterdrückung zu bekämpfen und den Kapitalismus zu zerstören. Pablito ist einer der Autor*innen eines Buches mit dem Titel „Revolution und Schwarze Befreiung“ über die Geschichte des Kampfes der Schwarzen in Brasilien aus einer marxistischen Perspektive. Dies ist besonders wichtig, weil Bolsonaro Präsident ist, der den Rassismus gegen Schwarze verstärkt, die Brutalität der Polizei verstärkt und die Löhne für die überwiegend schwarze Arbeiter*innenklasse Brasiliens senkt.

Pablito ist nicht nur ein afrosozialistischer Anführer; er ist ein Kantinenarbeiter am Universitätskrankenhaus von Sao Paulo. Er hat Workshops über die Geschichte der Schwarzen organisiert und die Gewerkschaft ermutigt, gegen Transfemizide in Sao Paulo vorzugehen.

Prekäre Arbeit ist nicht normal. Wir sollten nicht an jedem Monatsende aufwachen und nicht wissen, ob wir morgen einen Job haben werden, uns jedes Mal Geld leihen, wenn wir krank werden oder unsere Familie krank wird, weil wir keine Gesundheitsdienste haben und drei Monate zu spät bezahlt werden.
– Flora Aco

Flora ist eine 25-jährige queere sozialistische Feministin aus Mexiko und eine führende Persönlichkeit der MTS. Letztes Jahr, als sie für die Bundesregierung als Leiharbeiterin in prekären Arbeitsverhältnissen arbeitete, wurde sie entlassen, weil sie ihre Kolleg*innen organisiert hatte, um die schrecklichen Bedingungen an ihrem Arbeitsplatz zu bekämpfen. Nach monatelangem Kampf an der Seite von zwei ihrer Kolleg*innen, die ebenfalls entlassen wurden, wurde Flora wieder eingestellt.

Der Kampf um die Wiedereinstellung machte die neue Realität in Mexiko deutlich: Obwohl Andrés Manuel Lopez Obrador sich selbst als Mexikos neuer fortschrittlicher Präsident anpries, werden in Wirklichkeit Arbeiter*innen entlassen, und Versuche, für Arbeitsrechte zu kämpfen, werden erstickt.

Selbst in einer harten Fabrik, selbst wenn man bei Null anfängt, selbst wenn es „unmöglich“ erscheint. Wir Arbeiter*innen akzeptieren es nie, für immer wie Tiere behandelt zu werden. Früher oder später beißen wir zurück.
– Gaëtan Gracia

Gaëtan arbeitet bei einem Zulieferer für Airbus in Toulouse. Er ist ein Leiharbeiter, der trotz der Streichung aller „nicht wesentlichen“ Arbeiten weiterhin zur Arbeit erscheinen muss. Irgendwie gelten Niedriglohn-Luftfahrtarbeiter*innen als unentbehrlich. Er sagte: „Die Luftfahrtbeschäftigten konnten nicht verstehen, warum so viele Menschen wie möglich stark ermutigt wurden, zu Hause zu bleiben, unter anderem durch die Schließung bestimmter Tätigkeitsbereiche, während sie selbst gezwungen waren, zur Arbeit zu gehen und Güter herzustellen, die für die Bekämpfung der Pandemie nicht dringend von Nutzen sind. Dieser Widerspruch wandelte sich in Ärger, und dieser Ärger drückte sich in der Ausübung unseres kollektiven Rücktrittsrechts und sogar in einigen Arbeitsniederlegungen aus.“

Gaëtan spielte eine Rolle bei der Organisierung einer Gewerkschaft an seinem Arbeitsplatz und ist jetzt Delegierter der CGT für seinen Betrieb. Er ist Mitglied der CCR, eine Strömung innerhalb der Neuen Antikapitalistischen Partei NPA und Redakteur der Schwesterseite von Klasse Gegen Klasse, Révolution Permanente.

Violeta Tamayo, LOR-CI (Bolivien)

Der Putsch richtet sich gegen die Bäuer*innenbewegung, die Arbeiter*innen, die indigenen Völker, die Studierendenbewegung, die von Frauen und LGBT erkämpften Rechte; die Errungenschaften, die wir seit Jahren verteidigen, auch gegen die MAS-Regierung, sind heute enormen und größeren Gefahren ausgesetzt.
– Violeta Tamayo

Violeta ist eine sozialistische Feministin aus Bolivien, die aktiv den rechten Putsch bekämpft und für den Sozialismus kämpft. Sie wurde zweimal verhaftet, einmal 2016 und einmal 2017, unter anderem bei einem Protest von Frauen, die in der Stadt Achacachi leben und gegen Korruption und fehlende Infrastruktur kämpfen. Sie sagt: „Weit entfernt vom Sozialismus förderte Evo Morales kapitalistische Profite und stärkte die Rechte und die Unternehmen, die seit Jahren große Freunde von Evo sind. Er griff die Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung an und verletzte sie, ebenso wie er die Studierendenbewegung angriff. Unter der Regierung der MAS wurde ich zweimal wegen Demonstrationen verhaftet“. Sie ist eine Anführerin der sozialistisch-feministischen Gruppe Pan y Rosas (Brot und Rosen) und derzeit eine der Chefredakteur*innen von La Izquierda Diario Bolivia. Die Rolle einer linken Presse in Bolivien ist gerade jetzt besonders wichtig, da der Widerstand gegen den Putsch in den Medien verschwiegen wird.

Viele [Kolleg*innen] geben auf und lassen die Dinge ihren Lauf nehmen, in der Hoffnung auf ein bisschen Glück, in all dem Elend, das uns die Bosse auferlegen. Doch unter bestimmten Umständen führt die wachsende Unzufriedenheit dazu, dass wir nach einem Weg suchen, uns als Arbeiter*innen zu verteidigen. neue Möglichkeiten entwickeln sich, um die Solidarität zu stärken, das Klassenbewusstsein zu schärfen und einen Kampf gegen unsere Ausbeuter*innen zu führen.
– Lester Calderon

Lester ist Industriearbeiter in Antofagasta in einer Sprengstofffabrik und ist ein Anführer des nationalen Metallarbeiter*innenverbandes. Während des jüngsten chilenischen Aufstands half er bei der Organisation der Notfall- und Schutzkomitees, der Gremien der Basis und der Selbstorganisation der Gemeinden. In diesen Gremien diskutierten die Arbeiter*innen, wie der Kampf gegen Präsident Pinera sowie der Kampf für eine verfassungsgebende Versammlung vorangetrieben werden kann.

Gerade die Frauen der Arbeiter*innenklasse stehen auch an vorderster Front im Kampf gegen die Pandemie. Ich spreche für die Arbeiter*innen im Krankenhaus: Mangel an Personal, Schutzkleidung und Betten bestimmen unseren Alltag in den Krankenhäusern. Wir kämpfen für die Verstaatlichung des gesamten Gesundheitssystems unter Arbeiter*innenkontrolle. Wir wollen verhindern, dass wir Arbeiter*innen für die Krise zahlen, während die Kapitalist*innen weiterhin Profite machen!
– Charlotte Ruga

Charlotte Ruga ist Hebamme aus München und organisiert bei der Revolutionären Internationalistischen Organisation. In ihrem Krankenhaus organisiert sie sich gemeinsam mit Kolleg*innen gegen das profitorientierte Gesundheitssystem und damit gegen Outsourcing, Personalmangel und schlechte Arbeitsbedingungen. In der aktuellen Pandemie-Krise setzt sie sich für ein verstaatlichtes Gesundheitssystem ein, das unter der Kontrolle von Beschäftigten in Form von Kommissionen steht. Als Mitglied von Brot und Rosen tritt sie für einen proletarischen und antikapitalistischen Feminismus ein, der den Kampf gegen Frauenunterdrückung mit dem Kampf für den Sturz des Kapitalismus verbindet, in der Perspektive des Aufbaus einer revolutionären Partei.

Es gibt weitere Redner*innen aus der ganzen Welt, die ebenfalls bei der Online-Kundgebung sprechen werden, darunter Anführer*innen von Gruppen aus Venezuela, Costa Rica, Peru, Uruguay, Italien und dem Spanischen Staat.

Dieser Artikel wurde aus einem ursprünglich auf der Website von Left Voice, der US-Ausgabe unseres internationalen Netzwerks La Izquierda Diario, veröffentlichten Artikel adaptiert und erweitert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.