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350 Jugendliche, Frauen und Arbeiter*innen bei Revolutionärer Internationalistischer Sommerakademie in Südfrankreich

Seit Donnerstag nehmen hunderte Jugendliche, Arbeiter*innen, Frauen und Migrant*innen an der Revolutionären Internationalistischen Sommerakademie der Trotzkistischen Fraktion - Vierte Internationale in Europa teil. Am Samstag abend feierten sie den Höhepunkt der Sommerakademie mit einer internationalistischen Kundgebung mit über 350 Teilnehmer*innen.

350 Jugendliche, Frauen und Arbeiter*innen bei Revolutionärer Internationalistischer Sommerakademie in Südfrankreich

Del­e­ga­tio­nen aus Deutsch­land, Frankre­ich, Ital­ien und dem Spanis­chen Staat haben sich im idyl­lis­chen süd­franzö­sis­chen Bezirk Avey­ron einge­fun­den, um auf Ein­ladung von den europäis­chen Sek­tio­nen der Trotzk­istis­chen Frak­tion — Vierte Inter­na­tionale fünf Tage über die inter­na­tionale Sit­u­a­tion, marx­is­tis­che Strate­gie und die Her­aus­forderun­gen von Revolutionär*innen heute zu debat­tieren.

Diese Som­mer­akademie wird schon zum zweit­en Mal von Révo­lu­tion Per­ma­nente und der CCR aus Frankre­ich, Klasse Gegen Klasse und der Rev­o­lu­tionären Inter­na­tion­al­is­tis­chen Organ­i­sa­tion aus Deutsch­land, Izquier­da Diario und der CRT aus dem Spanis­chen Staat, und La Voce Delle Lotte und der FIR aus Ital­ien organ­isiert, sowie von der inter­na­tionalen sozial­is­tis­chen Frauen­grup­pierung Brot und Rosen.

Ins­ge­samt mehr als 350 Per­so­n­en haben während der ver­gan­genen Tage Debat­ten über zen­trale Fra­gen des Klassenkampfes in Europa und weltweit, über die weltweite Frauen­be­we­gung, eine rev­o­lu­tionäre Antwort auf die Kli­makatas­tro­phe, his­torische Lek­tio­nen rev­o­lu­tionär­er Prozesse sowohl in impe­ri­al­is­tis­chen Län­dern als auch in Hal­bkolonien, sowie über Fra­gen marx­is­tis­ch­er The­o­rie und die Notwendigkeit ein­er strate­gis­chen Aus­rich­tung auf die Per­spek­tive der sozial­is­tis­chen Rev­o­lu­tion geführt.

Nach der Enste­hung ver­schieden­er poli­tis­ch­er Phänomene rechts und links auf inter­na­tionaler Ebene in den ver­gan­genen Jahren bietet die Som­mer­akademie eine Möglichkeit des inter­na­tion­al­is­tis­chen Aus­tauschs, der Reflex­ion und der Debat­te unter Jugendlichen, Arbeiter*innen, Frauen und Migrant*innen ver­schieden­er Län­der. Von der Bewe­gung der Gelb­w­sten in Frankre­ich bis zum Kampf um die Unab­hängigkeit in Kat­alonien, vom “algerischen Früh­ling” gegen Boute­fli­ka bis zur Entste­hung ein­er neuen fem­i­nis­tis­chen Welle, kon­strastieren sich ver­schiedene Phänomene des Klassenkampfes mit dem Auf­stieg der extremen Recht­en und der Krise neo­re­formistis­ch­er Pro­jek­te.

Unter den Work­shops waren auch Diskus­sio­nen und Podi­en über die prekäre Jugend, über die Beziehung zwis­chen Gew­erkschaften und der Bewe­gung der “Gelb­west­en”, über den Kampf der Eisenbahner*innen in Frankre­ich, über die LGBTI-Bewe­gung 50 Jahre nach Stonewall, aber auch über The­men marx­is­tis­ch­er Strate­gie, das Erbe von Leo Trotz­ki, und the­o­retis­che Reflex­io­nen über die Beziehung zwis­chen Klasse und Iden­tität als zen­trale Debat­te in der fem­i­nis­tis­chen und anti­ras­sis­tis­chen Bewe­gung heute.

Neben zahlre­ichen Work­shops wurde der erste Debat­tentag am Don­ner­stag mit ein­er Podi­ums­diskus­sion über die weltweite Frauen­be­we­gung eröffnet.

Der Höhep­unkt am Fre­itag war ein Plenum zur Analyse der Bewe­gung der Gelb­west­en, die trotz all ihrer Gren­zen und Wider­sprüche der höch­ste Aus­druck des Klassenkampfs in Frankre­ich seit 1968 war. Die Gelb­west­en­be­we­gung war ein Erd­beben, das die Entste­hung von Vulka­nen — die gewaltige Aus­brüche sozialer Bewe­gun­gen und des Klassenkampfes in der Zukun­ft vorankündigt.

Der bish­erige Höhep­unkt der Som­mer­akademie war eine inter­na­tion­al­is­tis­che Kundge­bung, die Fig­uren der ver­schiede­nen Sek­tio­nen der FT in Europa zusam­men­brachte — Yunus Özgür aus Deutsch­land, Gia­co­mo , Lucía Nistal aus dem Spanis­chen Staat und Daniela Cobet aus Frankre­ich. Hinzu kam Abd el Nour aus Alge­rien, der über den rev­o­lu­tionären Prozess in der Hal­bkolonie des franzö­sis­chen Impe­ri­al­is­mus sprach, und eine Botschaft von Cris­t­ian Castil­lo und Nicolás del Cano von der Partei Sozial­is­tis­ch­er Arbeiter*innen aus Argen­tinien.

Die Kundge­bung stand fest im Zeichen des Inter­na­tion­al­is­mus und des Anti-Impe­ri­al­is­mus. Von den Massen­mo­bil­isierun­gen in Alge­rien bis zu den Gelb­west­en in Frankre­ich, vom Kampf gegen den Impe­ri­al­is­mus in Deutsch­land und gegen den reak­tionären Salvi­ni in Ital­ien, gegen die fallschen Alter­natven des Neo­re­formis­mus von Podemos und Syriza, war die Stim­mung kämpferisch und elek­trisch.

Unter den kraftvollen Inter­ven­tio­nen der Genoss*innen aus den ver­schiede­nen Sek­tio­nen der FT in Europa gab es viele Momente der Gänse­haut. Lucía wies auf unser Ziel hin: “Das einzige, wom­it wir unser Leben sin­nvoll ver­brin­gen kön­nen, ist der Kampf gegen dieses kap­i­tal­is­tis­che Sys­tem, dass uns zum Elend ver­dammen will. Wir wollen keine Unter­ta­nen mehr sein, wir wollen das Brot und auch die Rosen, wir wollen den Kom­mu­nis­mus.” Dafür müssen wir uns organ­isieren, um den “Kampf für die Rev­o­lu­tion an der Seite der Arbeiter*innenklasse” aufzunehmen, wie Daniela her­vorhob. “Es ist die einzige Weise, uns auf die näch­sten Aus­brüche der Massen vorzu­bere­it­en.” Dafür wollen wir eine rev­o­lu­tionäre Linke auf­bauen, die sich unab­hängig von allen Vari­anten der Bour­geoisie organ­isiert und eine antikap­i­tal­is­tis­che, anti­im­pe­ri­al­is­tis­che Per­spek­tive der Vere­inigten Sozial­is­tis­chen Staat­en von Europa aufwirft. Dazu laden wir alle Leute ein, die mit uns diese Per­spek­tive teilen, die Trotzk­istis­che Frak­tion — Vierte Inter­na­tionale in Europa aufzubauen.

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