Frauen und LGBTI*

30.000 demonstrieren in Berlin zum Frauen*kampftag

In Berlin geht ein riesiger Frauenstreik-Demonstrationstag zu Ende. Es war die größte Frauenkampftags-Mobilisierung seit Jahrzehnten, mit zwei Demos, unzähligen Blöcken, kreativen Schildern und Transparenten und vor allem viel Kampfgeist. Weder das Wetter noch die Polizeirepression konnten verhindern, dass Tausende demonstrierten.

30.000 demonstrieren in Berlin zum Frauen*kampftag

Der Frauen­streik am 8. März begann in Berlin ful­mi­nant mit ein­er 5‑vor-12-Aktion am Robert-Koch-Platz am Berlin­er Char­ité-Uniklinikum unter dem Mot­to #ichstreike8M. Hun­derte Frauen* set­zten sich um 5 vor 12 auf Klapp­stüh­le und riefen “Diese Stadt ver­ste­ht nur eins: Streik, Streik, Streik!” An der Kundge­bung nah­men auch streik­ende Schü­lerin­nen der #Fri­daysfor­Future-Bewe­gung teil, eben­so wie Frauen, die für ihr Recht, Kopf­tuch zu tra­gen, demon­stri­erten. Auch dabei waren zahlre­iche Arbei­t­erin­nen aus dem ver­schieden­sten Berufen, vor allem im Care-Sek­tor.
Hostelbeschäftigte von wombat’s, Krankenpfleger*innen und die streik­enden Therapeut*innen der out­ge­sourcten Char­ité-Tochter CPPZ waren auch dabei. Am offe­nen Mikro berichteten sie von ihren Kämpfen. Die Mes­sage war ganz klar: Wenn wir streiken, ste­ht die Welt still!

Bald darauf began­nen zwei Demon­stra­tio­nen, die dieses Jahr um einiges zahlre­ich­er waren als zuvor: Um 14 Uhr sam­melte sich die Frauen*kampftag-Demonstration am Alexan­der­platz, an der 20.000 Men­schen teil­nah­men. Neben poli­tis­chen Parteien beteiligte sich auch ein anti-ras­sis­tis­ch­er Block und andere Ini­tia­tiv­en. Beson­deres High­light, wie schon am Vor­mit­tag, waren die Streik­enden der Char­ité Phys­io­ther­a­pie- und Präven­tion­szen­trum GmbH (CPPZ), die dafür gefeiert wur­den, dass sie seit über 3 Wochen im Dauer­streik sind. Auch die ver.di aktiv — Basis­gew­erkschafts­gruppe beteiligte sich mit an dem Block. „Das mit Abstand kreativste Protestevent des Jahres. Pow­er, Fun und Bam­bule“, meinte eine Hochschulbeschäftigte zur bun­ten Großdemon­stra­tion.

Es beteiligten sich auch Arbei­t­erin­nen von Viva­Clean, ein­er Tochter­fir­ma des Kranken­haus­be­treibers Vivantes.

Mit dabei waren außer­dem Dutzende Studierende im Uniblock – und macht­en auf sex­is­tis­che Struk­turen und Missstände an Berlin­er Uni­ver­sitäten aufmerk­sam.

Um 15 Uhr startete die FLTI*- Demon­stra­tion „Unit­ed we get what we want“ vor der JVA für Frauen in Berlin Licht­en­berg. Cir­ca 10.000 Frauen, viele von ihnen Migran­tinnen aus Kur­dis­tan, Palästi­na und Lateinameri­ka, führten die Demon­stra­tion bis zur Warschauer Straße. Dort wurde die Demon­stra­tion von der Polizei gewaltvoll ange­grif­f­en. Drei Demon­stran­tinnen wur­den festgenom­men, jedoch nach Protesten wieder freige­lassen.

Neben Berlin fan­den in Deutsch­land in über 20 Städten Demon­stra­tio­nen und Aktio­nen statt. Die deutsche Frauen­be­we­gung knüpft somit an eine inter­na­tionale Bewe­gung an, die ihre Höhep­unk­te in Argen­tinien und dem Spanis­chen Staat hat.

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