Zukünftige Polizei: Gewalttätiges Aufnahmeritual bei Dresdner Eliteeinheit
Polizeibeamte der Dresdner BFE füllen neue Kolleg:innen ab, zwingen sie, sich die Haare abzurasieren, zünden ihren Helm an und schlagen dann auf sie ein.
Bei der Einstandsfeier letzten Juni sollen neue Beamt:innen der „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“ (BFE) in Dresden, gezwungen worden sein, beträchtliche Mengen Alkohol zu trinken und sich dann die Haare abrasieren zu lassen. Anschließend soll ihnen ein Motorradhelm ohne Sichtschutz, der mit Desinfektionsmittel übergossen und in Flammen stand, aufgesetzt worden sein und daraufhin mit einem Spaten auf den Helm eingeschlagen worden sein. Dabei wurden die Worte „Jetzt gehörst du zur Familie“ gerufen.
Das sächsische Innenministerium, das nun auf Anfrage von Juliane Nagel (Die Linke) konkrete Informationen zu den Vorfällen aus dem letzten Jahr bekannt gegeben hat, gab auch einen zweiten bisher unbekannten Fall bekannt, bei dem im Oktober neue Beamt:innen dazu gezwungen worden sein, „eine extrem scharfe Currywurst, die mit einer starken Gewürzmischung mit einer Schärfe von einer Million Scoville versehen gewesen sein soll, gegen ihren Willen samt der Soße aufzuessen“.
Nachdem letzten Dezember bekannt wurde, dass diese Truppe kurzfristig vom Dienst suspendiert wurde, sind alle von Ermittlungen oder Disziplinarverfahren betroffenen Beamt:innen bereits seit Anfang Januar wieder mit „anderen Aufgaben“ im Dienst. Die BFE ist sozusagen die „Elitetruppe“ der Landespolizei und eine der besonders gewalttätigen Einheiten der Polizei und genau die, die auf Demos auf palästinasolidarische Aktivist:innen einprügelt oder Menschen aus Kesseln bei großen antifaschistischen Protesten zieht. Dabei ist es nicht verwunderlich, dass gerade diese Einheit schon ihre Frischlinge an die Gewalt gewöhnt und ihnen beibringt, ihre Kolleg:innen auch bei Rechtsbrüchen zu decken.