Wir für euch, ihr für uns: Schulstreiksoli beim TV-L Streiktag

29.01.2026, Lesezeit 3 Min.
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Foto: KGK

Am heutigen TV-L Streiktag in Berlin kamen Schüler:innen aus dem Berliner Schulstreikkomittee zur Streikdemo und zeigten in einer starken Rede die Verbindung der Kämpfe auf.

„Ich bin heute hier, weil streiken uns verbindet“. So wurde die Rede der zwei Schüler:innen heute auf der Streikdemonstration des TV-L-Streiks in Berlin eröffnet. Sie erklärten unter Applaus, wie sie bereits im Dezember letzten Jahres mit anderen in ganz Deutschland einen bundesweiten Schulstreik gegen das neue Wehrpflichtgesetz auf die Beine gestellt haben. 50.000 Schüler:innen gingen damals auf die Straße, um gegen das Verschicken von Fragebögen und die kommende Musterungspflicht zu demonstrieren.

Richtigerweise zogen sie in ihrer Rede die Verbindung zwischen dem Kampf gegen Kürzungen, die Beschäftigte an Schulen und im Sozialbereich betreffen, und der beispiellosen Aufrüstung, die die deutsche Regierung gerade vorantreibt. Denn das Geld für Waffen und Bundeswehr wird aus den Bereichen genommen, die eigentlich eine Milliardenfinanzierung bräuchten.

Darüber hinaus stellten die beiden auch klar, warum die Kämpfe der Beschäftigten und der Schüler:innen zusammengehören:


Der Kampf um die Bedingungen im Bildungssektor wird heute von euch geführt. Aber wir alle sind heute gemeinsam hier, um uns solidarisch mit euch und eurem Streik zu zeigen. Denn die schlechten Bedingungen in der Bildung betreffen uns alle, da Schule für uns einen wichtigen Teil des alltäglichen Lebens darstellt. Während ihr dafür auf die Straßen geht, gehen Schüler:innen bundesweit am 5.3. gegen die Wehrpflicht auf die Straße. Diese beiden Kämpfe können nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Deswegen ist es umso wichtiger, uns gegenseitig solidarisch zu zeigen. Denn euer Beitrag in Form von Solidarität mit uns Schülerinnen und Schülern würde eine grundlegende Unterstützung zur Vorbereitung und Umsetzung des Streiktages darstellen.

Am Ende ihrer Rede gaben sie noch praktische Tipps, wie Beschäftigte an Schulen den Streik unterstützen können. Schüler:innen anzusprechen und zu erfragen, ob es ein Schulstreikomittee gäbe und diesem gegebenenfalls Räume zur Organisierung zur Verfügung stellen, wäre eine praktische Option. Genauso wichtig sei es aber auch, mit anderen Kolleg:innen über den Streik reden und zu versuchen, auch breitere Solidarität unter Lehrer:innen und pädagogischen Fachkräften zu organisieren. Es gäbe auch die Möglichkeit, eine Exkursion zum Schulstreik mit der Klasse anzumelden, wie es auch beim letzten Mal von einigen Lehrkräften schon umgesetzt wurde.

Nachdem sie zu Recht lauten Applaus für ihre Rede erhielten, blieben die Schüler:innen noch länger beim Streik und verteilten einen selbstgeschriebenen Flyer an interessierte Beschäftigte. Die Verbindung zu streikenden Beschäftigten, die ebenfalls zu großen Teilen an Schulen arbeiten,  um den Kampf gegen die Wehrpflicht noch breiter und stärker zu machen, ist ein unglaublich guter Schritt. Auch in anderen Städten sollten Gewerkschaften Schüler:innen zu den Streikdemos der TV-L Streiks einladen, um ihnen eine Bühne zu bieten und ihren gemeinsamen Kampf gegen Kürzungen und Militarisierung nicht künstlich getrennt zu halten! Welche Vorschläge und Möglichkeiten es dafür gibt, könnt ihr hier nachlesen.

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