Warum wir Schüler:innen am 1. Mai auf die Straße gehen sollten
Die drohende Wehrpflicht in der BRD für die Jahrgänge ab 2008, haben mit den Schulstreiks Zehntausende Schüler:innen auf die Straße gebracht. Aber warum sollten wir Schüler:innen auch am 1. Mai zusammen mit Arbeiter:innen auf die Straße gehen?
In Deutschland werden aktuell Hunderte Milliarden Euro für die Aufrüstung ausgegeben. So sollen 2026 rund ein Fünftel des Bundeshaushaltes direkt in die Aufrüstung fließen. Für neue Waffen, Munition, Panzer, neue Technologien aber auch für die Kosten der verpflichtenden Musterung, welche uns Schülerinnen direkt beeinflussen.
Um diese massiven Investitionen für die Aufrüstung stemmen zu können, wird gleichzeitig in der Bildung und im sozialen Bereich extrem gekürzt. Diese Kürzungen belasten die Arbeiter:innenklassse und die Jugend gleichermaßen, zum Beispiel durch fehlende soziale Versorgung, Verschärfung der Armut und prekäre Bildungseinrichtungen.
Gegen die Musterungspflicht und die drohende Wehrpflicht für die von jungen Männern ab Jahrgang 2008, gingen im Dezember letzten Jahres und im März Schüler:innen aus ganz Deutschland auf die Straße und streikten in ihren Schulen.
Um die Proteste im Kampf gegen den Militarismus noch auszuweiten, ist es für uns als Schüler:innen extrem wichtig, den Schulterschluss mit den Arbeiter:innen zu suchen. Denn auch sie leiden durch die schrittweise Abschaffung des Sozialstaates, wie der Bürgergeld Reform und der immer prekärer werdende Sozial- und Gesundheitsversorgung an den Folgen der Aufrüstung.
Die Kürzungen im Sozialen und im Gesundheitsbereich, welche vor allem Frauen betreffen, durch ihre überwiegende Präsenz in feminisierten Sektoren. So kommt es für die Frauen dann zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen, noch geringeren Löhnen und mehr Stress durch weniger Personal. Zudem würde sich die Armut von Frauen und die daraus resultierende Abhängigkeit von ihren Männern noch mal verschärfen. Seit Jahren wird auch bei Frauenhäusern und Prävention von patriarchaler Gewalt gespart.
Warum Schüler:innen und Arbeiter:innen zusammen?
Arbeiter:innen haben aufgrund ihrer Stellung im Produktionsprozess als einzige die Macht, durch Streiks die Produktion lahm zu legen und somit Regierung und Kapitalist:innen wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Sie haben auch die Möglichkeit, Betriebe lahm zu legen und selbst über die Produktion zu bestimmen, was in der Rüstungsindustrie zum Beispiel bedeuten würde, auf zivile Produktion umzustellen.
Wir Schüler:innen sind meistens zukünftige Arbeiter:innen. Es braucht daher eine gemeinsame Bewegung von Schüler:innen, Studierenden und Arbeiter:innen, die zusammen gegen Aufrüstung und Wehrpflicht und für Investitionen in Bildung und Soziales kämpft. Ein solches Bündnis mit internationaler Dimension kann sich mittels Demonstrationen, Blockaden und Streiks erfolgreich gegen Militarismus und Autoritarismus stellen und den Imperialismus herausfordern.
Der gemeinsame Kampf gegen den Militarismus und den Autoritarismus hier in Deutschland ist vor allem durch die politische und wirtschaftliche Position Deutschlands in der Welt und auch durch seine zentrale Rolle innerhalb der EU entscheidend. Das macht sich zum Beispiel durch Waffenexporte in Kriegsregionen wie nach Israel für den Genozid in Palästina deutlich.
Durch diese wichtige Rolle Deutschlands, sowohl in der EU, als auch unter den imperialistischen Staaten würde ein erfolgreicher Kampf gegen die Wehrpflicht in Deutschland auch international massive Auswirkungen haben und als Sieg der Antikriegsbewegung auch global Einfluss nehmen. Es wäre ein Erfolg, den wir hier in Deutschland erringen können, der aber auch allen abhängigen Ländern, die sonst diese neue starke Bundeswehr zu spüren bekommen hätten, zugute kommen würde.
Gemeinsame Streiks oder Demonstration der Arbeiter:innen, der Studierenden und der Schüler:innen wären somit wichtig für den internationalen Kampf gegen die Militarisierung. Um das zu erreichen, ist es extrem wichtig, dass auch der Kampf gegen die Wehrpflicht sich mit Kämpfen der Arbeiter:innen verbindet.
Die Weltlage hat sich verändert und wandelt sich immer weiter. Dadurch, dass die deutsche Regierung sich nicht mehr auf die USA als zuverlässigen Partner in der NATO verlassen kann, die imperialistische Angriffskriege gegen den Iran und Venezuela führt, kommt es zu weiteren Spannungen und Konflikten.
Deutschland will sich militärisch unabhängig machen, um die eigenen wirtschaftlichen Interessen seiner Kapitalist:innen mit Gewalt durchsetzen zu können und nicht, wie sie oft behaupten, eine Friedens- oder Verteidigungsarmee aufbauen. Die Auswirkungen dieser Veränderungen treffen vor allem Arbeiter:innen, Schüler:innen und Studierende.
Schüler:innen und Arbeiter:innen gemeinsam zum 1. Mai und am 8. Mai zum Schulstreik
Deswegen sollten wir als Schüler:innen mit der Arbeiter:innenbewegung am ersten Mai auf die Straßen gehen, um für unsere gemeinsamen Interessen zu kämpfen. Denn wir Schüler:innen wollen eine Zukunft ohne Krieg, statt für Merz und seine Komplizen an der Front zu sterben.
Also, Schüler:innen und Arbeiter:innen gemeinsam zum 1. Mai und am 8. Mai zum Schulstreik!