Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg vor dem Aus?

28.02.2026, Lesezeit 2 Min.
1
Foto: Heidi Besen / shutterstock

In Flensburg soll die einzige Klinik, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, vom katholischen Malteser Orden übernommen werden. Das hätte einen defacto Abtreibungsstopp in Flensburg zur Folge.

Am 1. März ist geplant, dass der Malteser Orden das Flensburger Krankenhaus Diako übernimmt. Durch diese Übernahme wird es in Zukunft nicht mehr möglich sein, Schwangerschaftsabbrüche sicher in Flensburg durchzuführen. Der neue Träger verbietet diese Behandlungen in seinen Einrichtungen. Das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein sieht darin keinen Anlass zur Sorge. Da ein Abbruch ein einmaliger Eingriff sei, wäre es zumutbar, auch in andere Städte im Land zu fahren, um diesen durchführen zu lassen. Jedoch belastet diese Zusammenlegung vor allem Menschen die nicht offen einen Abbruch durchführen können oder finanziell nicht einfach in der Lage sind einen Eingriff in einer anderen Stadt durchzuführen 

Wir sehen dieses Problem nicht nur in Flensburg. Die Krankenhausreform sorgt in ganz Deutschland für die Zusammenlegung und Schließung von Kliniken. In Lippstadt wurde das evangelische Krankenhaus mit zwei katholischen Kliniken zusammengelegt, wodurch dem Chefarzt Schwangerschaftsabbrüche untersagt wurden. Dabei gibt es zu wenig Einrichtungen, in denen ein sicherer Abbruch durchgeführt werden kann.

Das ist ein Angriff auf unser Recht auf Selbstbestimmung. Es reicht nicht aus, für die Abschaffung des Paragraph 218 zu kämpfen. Denn was nützt uns diese Freiheit auf dem Papier, wenn es nirgends Kliniken gibt, die einen Abbruch durchführen wollen oder können? Daher müssen wir auch um eine bessere gesundheitliche Versorgung für Alle kämpfen, die nicht durch Profite motiviert ist.

Mehr zum Thema