REVOLUTION Nr. 37

Januar 2010

Den Naziaufmarsch in Dresden blockieren!

Am 19. Januar konfiszierte die Polizei Plakate in Dresden und Berlin, die zur Teilnahme an den Massenblockaden gegen den Naziaufmarsch in Dresden aufriefen. Für die Staatsgewalt stellen diese Plakate ein Verbrechen dar. Für uns ist das Verbrechen nicht der antifaschistische Widerstand sondern der Faschismus selbst. Aber an diesem Beispiel wird wieder einmal sehr deutlich, dass die Polizei den Feind eher auf der linken als auf der rechten Seite sieht. Deswegen können wir uns im Kampf gegen Nazis nicht auf die Hilfe des Staates verlassen – denn wer sich als LinkeR auf den Staat verlässt, ist verlassen.

Seit 1998 versammeln sich FaschistInnen aus ganz Europa in Dresden. Sie versuchen, ihre Propaganda zu verbreiten und die unterschiedlichen faschistischen Gruppen in einer „rechten Volksfront“ zu binden. Haben sich 1998 nur 30 bis 40 Neonazis zu dieser Aktion getroffen, so waren es 2005 schon 6.000, und 2009 sogar 7.000. Damit ist der Aufmarsch eine der größten regelmäßigen Veranstaltungen von Rechtsradikalen seit Bestehen der BRD – und die größte in Europa.

Der antifaschistische Widerstand wuchs jedoch gleichermaßen von 4.000 GegendemonstrantInnen 2007 bis auf 10.000 im letzten Jahr. Es ist aber auch klar geworden, dass symbolische Protestkundgebungen nicht ausreichen – wir brauchen Massenblockaden, um die Pläne der Nazis zu durchkreuzen. Wir von RIO, der Revolutionären Internationalistischen Organisation, rufen alle dazu auf, sich daran zu beteiligen!

Aber selbst wenn wir den Aufmarsch blockieren, wird das Problem Faschismus weiterbestehen. Wenn es uns darum geht, Faschismus dauerhaft zu verhindern, müssen wir ihn zuerst verstehen. Also, was ist Faschismus überhaupt? Wie hängt er mit dem Kapitalismus zusammen? Wie können wir ihn am besten bekämpfen? Dazu ist es wichtig, auf historische Niederlagen zurückzuschauen und aus diesen zu lernen. Dafür haben wir diese Zeitung produziert und laden zu Diskussionsveranstaltungen in Rostock, Berlin und Dresden ein.