Polizei München schießt auf 14-jährigen kurdischen Jungen

20.08.2026, Lesezeit 3 Min.
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Foto: shutterstock / Stephen Richard McAdam

Weil man einen Gegenstand in der Hand des Jungen für eine Waffe hielt, schoss ein Polizist auf ihn. Noch bevor der Junge aus dem Krankenhaus kommt, übermittelt die Polizei Falschmeldungen an die Presse.

In Schwabing wird Abdülkadir, ein 14-jähriges kurdisches Kind, von einem Polizisten angeschossen. Grund dafür war ein Gegenstand, der laut Pressemitteilung der Münchner Polizei vom 19. August „einer echten Waffe zum Täuschen ähnlich“ sehe. Der kurdische Junge war laut Angaben der Familie einfach mit seiner Freundin unterwegs, ihren Angaben nach ging von ihm zu keiner Zeit eine Bedrohung aus. Der Junge liegt aktuell auf der Intensivstation im LMU-Klinikum in München. Die Polizei antwortete den Eltern trotz mehrfacher Anrufe nicht, die Eltern erfuhren erst später durch Freund:innen, die von der Freundin des Schülers aus dem Landkreis Miesbach benachrichtigt wurden.

In der Pressemitteilung gibt die Münchner Polizei nur indirekt zu, dass sie den Gegenstand für eine Waffe gehalten haben. Gleichzeitig verdrehen sie immer noch einige Fakten: Der Schüler war zuallererst kein „20-jähriger Mann“, wie anfangs vermutet, sondern ein 14-jähriger Junge, der schlichtweg seine Freizeit genoss. Auch ist der Junge nicht türkischer, sondern kurdischer Herkunft – die Leugnung der tatsächlichen Herkunft von ethnischen Minderheiten ist Teil der rassistischen Kultur der Polizei.

Obwohl die Polizei spät in ihrer Mitteilung berichtigt, dass es sich bei dem Gegenstand um keine tatsächliche Waffe handelte, beschreiben sie die Situation wie in einer Action-Zeitlupen-Szene: Die „verdächtige“ Person ziehe „einen waffenähnlichen Gegenstand“ aus der Hose, mache eine Bewegung, als würde sie eine „Waffe laden“ und drehe sich dann mit „erhobener Waffe“ zu den Polizisten – die daraufhin dann ohne zu zögern und ohne Vorwarnung auf den Torso des 14-jährigen schießen.

Die ganze Mitteilung hört sich nach einem vergeblichen Versuch an, ihre Tat zu legitimieren. Dabei ist selbst der „legitimste“ Schuss einer Polizeiwaffe auf einen 14-jährigen Schüler abscheulich, verwerflich, menschenfeindlich und die einzige wirklich kriminelle Tat in dieser ganzen Geschichte. Sie erinnert an den Fall einer mehrfach angeschossenen, gehörlosen 12-Jährigen, die in Angst und Panik geriet, als die Polizei die Wohnung ihrer Mutter stürmte. Auch da schoss die Polizei, weil dieses gehörlose Kind scheinbar ein Messer in der Hand hielt. Was wohl in dem Kopf eines 12-jährigen Mädchens vorgehen muss, das nur unifomierte Fremde dabei beobachtet, wie sie im Hausflur ihrer Mutter stehen, war den Polizisten in diesem Moment egal – sie nahmen wie bei diesem 14-jährigen Jungen in Kauf, dass durch ihre Dienstwaffen Kinder sterben müssen.

Nieder mit der Polizeigewalt und rassistischen Polizeimorden. Kein Cent sollte in die Kassen dieser tödlichen Institution fließen, kein Kind und keine Jugendlichen sollten sich mehr im Alltag vor schwer bewaffneten Schlägertrupps fürchten müssen. Die Monster, vor denen unsere Eltern uns immer warnten, schlafen nicht unter unseren Betten, sondern laufen bewaffnet in der Gesellschaft rum und bedrohen unsere Gesundheit, unsere Freiheit und unser Leben. Dieses Monster namens Polizei gehört aus der Gesellschaft verbannt und abgeschafft.

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