Panzer oder Zukunft: VW Osnabrück zwischen Automobilkrise, Rüstungskapital und der Frage: Wem dient unsere Arbeit?

04.02.2026, Lesezeit 3 Min.
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Foto: Inés Heider (KGK)

Warum die geplante Rheinmetall-Übernahme kein "Rettungsplan" ist – und wie Beschäftigte und Stadtgesellschaft eine zivile Alternative erkämpfen können

Rund 2.300 Arbeiter:innen produzieren in Osnabrück unter Volkswagen (VW). Doch die Krise der deutschen Automobilindustrie gefährdet diese Arbeitsplätze. 2027 laufen die letzten verlängerten Aufträge aus und eine Lösung hat der Konzern noch nicht präsentiert. Rheinmetall gab sich Anfang 2025 als Retter in der Not, als der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger vor Ort war und bestätigte, das Werk sei für die Produktion von Militärfahrzeugen geeignet.

Ziviler Widerstand in Osnabrück: mehr als ein Nein

„Friedensstadt Osnabrück“, wie sich die Stadt, in der der westfälische Frieden geschlossen wurde, gerne nennt, als ein Zentrum deutscher Aufrüstung? Das kam nicht bei allen gut an und so bildete sich ein Netzwerk gegen diese Übernahme: Zukunftswerk Osnabrück.

Zusammen kämpft man gegen die Umstellung der Produktion auf Rüstungsgüter und stattdessen für eine sozial-ökologische Lösung. Kriegsgerät hingegen würde ausschließlich dem Interesse des deutschen Imperialismus dienen. Teil der Lösung, die den Beschäftigten zugutekäme: Alle Arbeitsplätze könnten langfristig erhalten bleiben – eine Aussicht, die es unter einer erneuten Übernahme nicht gibt. Die Osnabrücker Industrie ist geplagt von Werksschließungen und damit auch von Unsicherheit für die Arbeiter:innen. Vorher war Karmann in Osnabrück ansässig, meldete aber 2009 Insolvenz an. Die Beschäftigten waren gezwungen, sich bei VW zu bewerben – das Unternehmen übernahm das Werk.

Am 31. Januar hat das Zukunftswerk-Netzwerk ein antimilitaristisches Winterfest vor dem Werk organisiert – eine Fortsetzung der Kontaktaufnahme zur Belegschaft, die im Dezember bereits mit einem einwöchigen Stand vor dem Werk begonnen hatte. Diesen Raum für Diskurs zu öffnen, ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung Organisation der Arbeiter:innen zusammen mit der Osnabrücker Zivilgesellschaft. Weder der Staat, noch die Konzerne oder Gewerkschaftsbürokrat:innen bemühen sich um eine Lösung, deshalb ist die einzige nachhaltige Perspektive die Selbstorganisation.

Unsere Arbeit, unsere Fähigkeiten – unsere Entscheidung

Die Manager:innen und Aktionär:innen bei VW haben ihre Unfähigkeit zur Führung des Werkes gezeigt. Das kurzfristige Profitinteresse hat sie von sinnvollen Investitionen abgehalten und ihr Unwille, im Interesse der Beschäftigten zu handeln, wurde ausgiebig durch die Milliarden an Gewinnausschüttung bei gleichzeitigem Stellenabbau dokumentiert. Diejenigen, die qualifizierte Entscheidungen im Interesse der Mehrheit treffen können, sind die Arbeiter:innen selbst.

Was wir fordern müssen, ist eine entschädigungslose Enteignung des Werkes unter Arbeiter:innenkontrolle! Um das durchzusetzen, braucht es Druck von unten, der in Versammlungen und Betriebskomitees organisiert werden muss.

„Häuser denen, die darin wohnen, und Fabriken denen, die darin arbeiten!“

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