Pahlavi in Berlin zum Ketchup-König gekrönt
Reza Pahlavi, der selbsterkorene Möchtegernkönig Irans, war gestern zu Besuch in Deutschland.
Im Gegensatz zu seinem Vater, der ehemaligen Diktator Irans, dem die Bundesrepublik 1967 den roten Teppich ausrollte und den dagegen protestierenden Benno Ohnesorg erschoss, wollte die jetzige Regierung den Möchtegernkönig Reza Pahlavi nicht empfangen – er sei schließlich nur eine Privatperson. Immerhin konnte er sich mit Armin Laschet treffen und durfte auch bei der Bundespressekonferenz sprechen. Nicht verwunderlich war es, dass er dort auf die kritischen Nachfragen einiger Journalist:innen wie Pauline Jäckels herrisch reagierte und den Nachfragenden den Mund verbieten wollte. Wo sollte das Diktatorensöhnchen schließlich gelernt haben, argumentativ auf Kritik einzugehen?
Bei seinen Gefolgsleuten, die einen Personenkult um ihn und seinen Vater betreiben sicherlich ebenso wenig wie von seinem Vater selbst, der seine Gegner:innen auch lieber durch Folter und Mord zum Schweigen brachte. Immerhin fand Pahlavi nach der Bundespressekonferenz auf der Demo seiner Anhängerschaft liebevollere Ohren, als er hinter Panzerglas versteckt zu ihnen sprach und auch bei Maybrit Illners Talkshow, die er am Abend beglückte, waren erleichternd wenige linke Journalist:innen anwesend. Das große Highlight des Tages fand jedoch an einem Nebenschauplatz statt: auf dem Weg von der Bundespressekonferenz zur Kundgebung davor wurde Pahlavi von einem Aktivisten mit Tomatensoße beworfen.