Nokia Standortschließung in München: 770 Beschäftigte droht Jobverlust
Das Technologieunternehmen Nokia hat angekündigt, seinen Standort in München bis 2030 zu schließen. Nokia beschäftigt in Deutschland ca. 2500 Menschen. Fast einem Drittel von ihnen droht nun innerhalb der nächsten Jahre der Jobverlust.
Zwei Wochen vor Weihnachten standen Hunderte wütende Beschäftigte von Nokia auf dem Gelände ihres Büros in Giesing. Unterstützt von der Gewerkschaft IG Metall protestieren sie gegen die Ankündigung des Konzerns, bis 2030 alle Stellen in München abzubauen und den Standort zu schließen. Ganz konkret würden damit 770 Arbeiter:innen ihren Arbeitsplatz verlieren.
Die Schließung begründet das kriselnde finnische Technologieunternehmen damit, dass sie sich auf die wichtigsten Standorte in Deutschland und international konzentrieren wollen, zu denen der Münchner Standort nicht gehöre. Außerdem soll damit die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Weil der Standort in München also für Nokia nicht profitabel genug ist, macht er dicht. Mit dem weltweiten Durchbruch der Smartphones in den 2010er Jahren hat Nokia große Verluste gemacht und deutlich an Bedeutung verloren. Der Grund dafür war, dass der Konzern damals nicht damit gerechnet hat, dass sich der Markt für Smartphones so rasant entwickeln und das klassische Handy so schnell in den Schatten gestellt wird. Nokia versuchte selbst, Smartphones auf den Markt zu bringen, doch konnten sie mit den damaligen Modellen und der rasanten technischen Entwicklung nicht mithalten. Nun schließt der Konzern seit 2023 weltweit immer mehr Standorte, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Beschäftigten von Nokia dürfen nicht dafür bezahlen, dass die Unternehmensspitze in der Vergangenheit strategische Fehler gemacht hat. Zumal sich Nokia keineswegs auf dem absteigenden Ast befindet. Im Jahre 2025 sprang die Aktie auf ein 9-Jahres-Hoch und auch kam mit NVIDIA ein neuer strategischer Anteilseigner über eine Höhe 1-Milliarde-Dollar hinzu, der vor allem den Bereich der Künstlichen Intelligenz bei Nokia stärken wird. Die IG Metall darf die billigen Argumente des Wettbewerbsverlusts nicht kaufen, sie muss den Kampf der Kolleg:innen und ihre Forderungen bis zum Schluss unterstützen und darf sich nicht auf Gespräche mit der Geschäftsführung einlassen, um einen Kompromiss auszuhandeln, der am Ende die Kolleg:innen zahlen lässt. Die Gewerkschaft muss mit den Beschäftigten Versammlungen ausrufen, in denen die Kolleg:innen über ihren Kampf, ihre Mittel, Methoden und Forderungen diskutieren und ihren Arbeitskampf selbstorganisiert führen können.
Gerade weil das Hauptargument für die Schließung in der Krise des Unternehmens liegen soll, müssen die Arbeiter:innen und die IG Metall auch fordern, dass Nokia die Geschäftsbücher öffnet, damit die Behauptungen überhaupt erstmal überprüft werden können. Schon die allgemeinen, positiven wirtschaftlichen Daten des Gewinns in 2025 sowie der Aktienentwicklung legen die Vermutung nahe, dass eigentlich genügend Geld da wäre.
Wir unterstützen den wichtigen Kampf der Kolleg:innen von Nokia gegen die Schließung. Sie müssen ihre Jobs behalten und der Standort muss erhalten bleiben! Für die Erhaltung aller Arbeitsplätze!