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Massive Streiks legen Autoindustrie lahm – im Süden rollt kein Auto vom Band

Am letzten Tag der dreitägigen 24-Stunden-Streiks der IGM geht es an das Herz der deutschen Industrie: die Automobilbranche. In Kernunternehmen wie BMW, Audi und Daimler ging heute nichts mehr. Auch sonst hat es dieser Arbeitskampf in sich: Klagen und Aussperrungen von Seiten der Bosse.

Massive Streiks legen Autoindustrie lahm – im Süden rollt kein Auto vom Band

Schepperts heuer haben wir in einem Artikel vor Wochen gefragt. Danach schaut‘s aus: Am letzten Tag der 24-Stunden-Streiks der IGM ging es nochmal richtig zur Sache. Allein am Freitag streikten über 300.000 Arbeiter*innen, also nochmal mehr als die beiden vorherigen Tage zusammen gestreikt hatten. Insgesamt traten damit in den vergangenen drei Tagen eine halbe Million Arbeiter*innen der Metall- und Elektrobranche in 280 Betrieben in den Ausstand.

Heute wurde vor allem das Herz der deutschen Industrie, die Automobilbranche mitsamt vieler Zulieferer bestreikt. In Bayern ging an den fünf Standorten von BMW in München, Dingolfing, Landshut, Regensburg und Wackersdorf nichts mehr. Allein im größten BMW-Werk in Dingolfing mit 20.000 Beschäftigten werden täglich 1.400 Autos hergestellt. Auch bei Audi in Ingolstadt wurde gestreikt, dort legten 31.000 Arbeiter*innen die Arbeit nieder. In Bayern ging somit kein einziges Auto vom Band, sonst sind es täglich 7.000. In der Zuliefer-Industrie gab es bedeutende Arbeitsniederlegungen bei Schaeffler und SKF in Schweinfurt, wo 10.000 Beschäftigte nicht arbeiteten. Damit waren allein in der bayerischen Automobilindustrie 82.000 Arbeiter*innen im Streik.

Schon für die Streiks vom Mittwoch und Donnerstag beziffert der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie (vbm) den Schaden auf 46 Millionen Euro, wobei Lieferausfallkosten nicht berücksichtigt sind. Für den Schaden am Freitag, der deutlich höher ausfallen dürfte, wagt vbm keine Zahlen zu nennen.

Auch in Baden-Württemberg wurde die Automobilindustrie bestreikt: Bei Daimler legten 36.000 Arbeiter*innen in Stuttgart und 10.000 bei Porsche sowie 16.000 in Neckarsulm bei Audi die Arbeit nieder. Nach Gewerkschaftsangaben ging auch in Baden-Württemberg kein Auto vom Band.

Aussperrung bei Airbus

Weiter gab es eine bedeutende Beteiligung in der Luftfahrtindustrie bei Airbus in Bremen, Hamburg und Stade, sowie bei Premium Aerotec ebenfalls in Bremen. Bei Airbus in Hamburg und Stade schlossen die Bosse aufgrund des Streiks die Werke: sie sperrten tausende Beschäftigte aus. Von den 13.000 Beschäftigten der beiden Standorte sind 4.500 Mitglieder der IGM. Die anderen erhalten nun keinen Lohn, weil ihr Arbeitsverhältnis gelöst ist. Wer kein Gewerkschaftsmitglied ist, bekommt kein Streikgeld. Doch das wird die meisten eher organisieren, als vom Streik abhalten.

Im gesamten Bundesgebiet reagierten derweil die Landesverbände der Bosse mit Klagen. Allerdings trauten sich nur wenige, auch Eilanträge zu stellen, was die Eskalation verschärfen würde. Doch teilweise stellten Unternehmen Eilanträge – und verloren. So gewannen die Gewerkschaften sowohl vor dem Arbeitsgericht Krefeld als auch vor dem Arbeitsgericht Nürnberg. Über die übrigen Klagen wird wohl erst in drei Wochen entschieden. Neue Verhandlungen zwischen IG Metall und der Vertretungen der Bosse sind für Montag geplant.

One thought on “Massive Streiks legen Autoindustrie lahm – im Süden rollt kein Auto vom Band

  1. Johnny sagt:

    Woher kommt das Bild? Ist ein nices Bild.

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