LMU München: Waffen der Kritik zurück in den Konvent der Fachschaften!
Waffen der Kritik gewinnt zwei Sitze und ein Drittel der Stimmen der Studierenden am Münchner Institut für Soziologie. Wir fordern deswegen im Sinne einer demokratischen Verteilung der Fachschaftspositionen den Sitz im Konvent der Fachschaften.
Zum Ende des Sommersemesters finden an der LMU die konstituierenden Sitzungen der Fachschaften statt. Dort werden die zukünftigen Vertretungspositionen innerhalb der jeweiligen Fachschaften gewählt. Dort gibt es unter anderem eine Position als Finanzbeauftragter, als Fakultäts- und Institutsveranwortliche, als erste:r Fachschaftssprecher:in sowie als erste Vertretung der Fachschaft im Konvent der LMU, also dem (mehr oder weniger) Studierendenparlament. Diese Positionen werden dabei mit Mehrheit gewählt, wobei es eine übliche Routine ist, vorher schon abzusprechen, wer was bekommt.
Als Waffen der Kritik haben wir einen erfolgreichen Wahlkampf hinter uns, der das Institut politisierte und uns als internationalistische, palästinasolidarische Liste auf ein Drittel der gesamten Stimmen brachte, wodurch wir zwei von sechs Sitzen in der Fachschaft erlangen konnten. Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass uns durch unser Wahlergebnis demokratisch eine Position als erste:r Vertreter:in zusteht. Wir denken deswegen, dass wir als linke, politische Liste die Position als erste Vertretung im Konvent bekommen sollten. Diese Arbeit im Konvent wollen wir aber dann nicht alleine machen, sondern sehen offene, wöchentliche Fachschaftssitzungen für alle Studierenden als Grundlage für unsere Interventionen dort an. In offenen Plenas sollten allen Studierenden der Soziologie die Debatten und Anträge zugänglich sein, sowie die Möglichkeit eigene Anträge und Initiativen zu diskutieren.
Tatsächlich gab es solch eine Zusammenarbeit zwischen der Fachschaftsinitiative (FIS) und Waffen der Kritik im November 2023 schon einmal, als Waffen der Kritik zusammen mit der FIS erfolgreich einen Antrag im Konvent durchbrachte, der die Hochschulleitung zu einer Positionerung im Gaza-Genozid aufrief hinsichtlich der Forderung nach einem Waffenstillstand und der Freilassung von politischen Gefangenen auf israelischer und palästinensischer Seite. Dieser Beschluss wurde allerdings vom Präsidium ignoriert, was uns ebenso lehrt, dass der Konvent zwar ein wichtiger Debattenort ist, allerdings vonseiten der Hochschulleitung missachtet wird, wenn ihrem Konsens widersprochen wird.
Unsere Vorstellung der Arbeit im Konvent reduziert sich somit nicht auf das Gremium selbst, sondern sieht diesen als Austragungsort unterschiedlicher Initiativen aus der Basis der Studierendenschaft. Damit Vorschläge wie eine Mensapreisbremse, bezahlbarer Wohnraum oder auch politische Positionierungen gegen Aufrüstung und Krieg eine Wirkkraft haben, wird es notwendig sein eine demokratische Praxis in den Fachschaften zu entfalten, die daraufhin in den Konvent getragen wird und von dort aus die Mobilisierung der Studierendenbewegung vorantreibt.