Leipzig: ver.di-Vertrauensmann von Arbeitgeber wegen Palästina-Solidarität freigestellt

14.09.2025, Lesezeit 2 Min.
1
Bild: geogif / Shutterstock.com

Nach einer Rede bei einer Protestaktion gegen den Genozid wurde der DHL-Beschäftigte Christopher von seiner Arbeit freigestellt. DHL droht ihm nun mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Bei einer Demo Ende August hatte Christopher eine Rede gehalten. Der ver.di Kollege hatte sich dafür ausgesprochen, dass eine Arbeit, auf die er stolz sei, weil sie „der Verbindung der Welt“ diene, nicht für Kriege in anderen Ländern missbraucht werden dürfe. Er habe auch persönlich bei der Arbeit schonmal gemerkt, dass er Pakete von Rheinmetall in den Händen halte, die er eigentlich gar nicht befördern wolle. Am Ende brachte er den Protest am Flughafen Leipzig/Halle, der der wichtigste Frachtflughafen Deutschlands für Waffenlieferungen nach Israel ist, in Verbindung mit internationalen Protest- und Blockadeaktionen anderer Beschäftigter gegen den Genozid. So verwies er auf Beispiele aus Griechenland oder Italien, wo Hafenarbeiter:innen Waffenlieferungen an Israel mittels Streiks und Blockaden verweigern würden. Daran solle man sich auch am Flughafen Leipzig/Halle ein Beispiel nehmen:

Wir können uns nicht darauf verlassen, dass DHL zu der Einsicht gelangt, [dass diese Lieferungen verwerflich sind], denn für die ist das ein Riesengeschäft. Wir müssen auf unsere eigene Kraft vertrauen. […] Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter! Kein Transport für Völkermord!

Für diese wichtige Rede wurde er nun von seinem Arbeitgeber DHL freigestellt. Zusätzlich wird ihm mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen für seine Rede gedroht. Wir stehen solidarisch an der Seite von Christopher. Ein Angriff auf einen Kollegen, der sich gegen Waffenlieferungen und Genozid ausspricht, ist ein Angriff auf uns alle. Wir fordern den Deutschen Gewerkschaftsbund, allen voran ver.di, auf, unseren Kollegen zu unterstützen, sich gegen diese Angriffe des Arbeitgebers zu wehren.

Wir wollen dass unsere Gewerkschaft uns als Beschäftigte, die sich gegen Kriege und den Genozid an der palästinänsischen Bevölkerung stellen, vertreten und sich öffentlich gegen Waffenlieferungen positionieren. Unsere Gewerkschaften müssen uns als Beschäftigte zudem unterstützen, so wie Christopher es in seiner Rede anklingen ließ, Beschäftigte in Logistik-Sektoren international bei der Vernetzung zu unterstützen.

Mehr zum Thema