Leipzig: Erneute Angriffe auf palästinasolidarische Aktivist:innen
In der Nacht vom 8. Januar kam es im Leipziger Süden erneut zu einem gewaltsamen Angriff von Antideutschen – dem jüngsten in einer langen Serie rassistischer Übergriffe. Mehrere palästinasolidarische Aktivist:innen erlitten schwere Verletzungen. Der Vorfall macht die Nowendigkeit am 17. Januar gemeinsam auf die Straße zu gehen nochmal deutlich.
Während eine Gruppe palästinasolidarischer Personen nachts durch den Stadtteil Connewitz lief, kam es mehrfach zu Beleidigungen, Drohungen und Verfolgungen durch vermummte Personen, die die Aktivist:innen wenig später an einer Bushaltestelle abfingen. Dabei warteten etwa 15 vermummte Antideutsche mit einem Hund auf sie. Von den Vermummten ging klar eine Gefahr aus, sodass die palästinasolidarischen Aktivist:innen versuchten eine Konfrontation zu vermeiden.
Doch noch bevor sie den Ort verlassen konnten, flogen bereits erste Objekte wie Steine und Glasflaschen auf sie zu, während sie weiterhin beständig bedroht und beleidigt wurden. Die Angegriffenen rannten panisch davon, um weiterer Gewalt zu entkommen. Dies gelang jedoch nicht, da die Antideutschen gezielt den hinteren Teil der Gruppe attackierten, um den vorderen Teil weiter nach vorne zu drängen und die Gruppe dadurch voneinander zu trennen.
Die Angreifer:innen setzten gezielt Pfefferspray gegen die Augen ein, schlugen auf Köpfe und traten den palästinasolidarischen Personen ins Gesicht. Eine Person lag am Boden, konnte durch das Pfefferspray nichts mehr sehen und war dringend auf Hilfe angewiesen. Als Unterstützung hinzu kam, wurde die helfende Person niedergeschlagen und ebenfalls ins Gesicht getreten. Auf klares, wiederholtes Bitten, die Situation friedlich zu verlassen und eine weitere Eskalation zu vermeiden, reagierten die mutmaßlich alkoholisierten Zionist:innen mit Antisemitismusvorwürfen sowie mit Rufen wie „Faschos“ und „Verpisst euch“, während sie die Gruppe körperlich daran hinderten, die verletzten Personen vom Ort wegzubringen.
Laut Angaben der Angegriffenen wurden ihnen während des Angriffs eine Kufiya, eine Brille, ein Handy und ein Geldbeutel geklaut. Mehrere von ihnen gingen mit schweren Verletzungen aus dem Angriff. Einige konnten nur schwer gehen, andere nicht mehr sehen. Schutz fand die Gruppe im Anschluss in einem Dönerladen. Dort riefen sie einen Rettungswagen, da mehrere Personen medizinisch versorgt werden mussten und ein:e Aktivist:in im Krankenhaus behandelt werden musste.
Währenddessen versammelten sich vor dem Dönerladen solidarische Connewitzer:innen und brachten ihre Unterstützung für die angegriffenen Personen, ihre Ablehnung antideutscher Gewalt sowie ihre Palästinasolidarität zum Ausdruck. Sie zeigten damit, dass Connewitz dem Zionismus bislang nicht unterworfen ist, obwohl dort zahlreiche antideutsche Strukturen zu finden sind , die versuchen, diese Narrative mit Gewalt durchzusetzen. Weitere Connewitzer Einwohner:innen, Arbeiter:innen, Gewerkschafter:innen und Studierende müssen diesem Beispiel folgen und antideutsche Gewalt konsequent ablehnen sowie zionistische Positionen innerhalb ihrer Strukturen konfrontieren. Denn Palästinasolidarität darf nicht fehlen und rassistische Übergriffe nicht existieren in einem antifaschistischen Viertel!
Dieser Übergriff reiht sich ein in eine lange Liste rassistischer Angriffe und ständige Versuche des antideutschen Lagers, die Palästinasolidarität aus Connewitz zu drängen und in ganz Leipzig einzuschüchtern. Aus diesem Grund hat die Connewitzer antifaschistische Gruppe Lotta Antifascista zur Demo „Antifa heißt Free Palestine“ am 17. Januar in Connewitz aufgerufen.
Durch diesen Vorfall haben uns die Zionist:innen erneut gezeigt, wie notwendig und wichtig die Demo am 17. Januar ist. Trotz der Behauptungen von antideutschen Gruppen, die Gewalt ginge von palästinasolidarischen Gruppen und dem Demoaufruf in Connewitz aus, zeigen Vorfälle wie dieser, wer die eigentlichen Aggressoren sind.
Während Landkreis Gruppen der Grünen, SPD und Teile der Partei Die Linke Leipzig weiterhin zur antideutschen Gegendemo aufrufen, bleibt eine klare Abgrenzung von der zionistischen Gewalt aus. Sie zeigen weder eine Ablehnung zu dem immer noch anhaltenden Genozid in Gaza noch mit den Angriffen antideutscher Gruppen auf Menschen, die offen ihre Palästinasolidarität bekunden. In diesem Zusammenhang sind auch die Reaktionen von Juliane Nagel auf den in einem Instagram Post geschilderten gewaltsamen Angriff zu betrachten: Diese sind geprägt von Ironie und Sarkasmus, während eine Verurteilung der Gewalt ausbleibt. Der Angriff wird nicht zurückgewiesen, sondern relativiert – eine Position, die von der Führung der Linke Leipzig gefördert wird. Insgesamt wird hier deutlich, wie antideutsche Positionen und Narrative die reformistische Politik stärken. Antisemitismusvorwürfe werden instrumentalisiert, um die legitime Kritik am Genozid in Gaza und der Unterstützung durch den deutschen Staat zu delegitimieren. Damit machen sie sich zu den Helfer:innen des deutschen Staates und ihrer Staatsräson.
Trotz dieses Angriffes sagen wir klar: Wir lassen uns nicht einschüchtern! Wir werden am 17. Januar auf die Straße gehen – gegen den israelischen Völkermord und die Besatzung Palästinas, gegen antideutsche und rassistische Gewalt gegenüber palästinasolidarischen Menschen und für ein solidarisches Connewitz!
Am Samstag, den 17. Januar, ab 13 Uhr am Connewitzer Kreuz in Leipzig. Antifa heißt Free Palestine!