KGK-Magazin Nr. 28 erschienen: „Wohin führt der chinesische Weg?“

11.01.2026, Lesezeit 4 Min.
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Auch im stetigen Wandel begriffen: Der Poyang-See, Chinas größter Süßwassersee. Bild: snvv 18908475474 / Shutterstock.com

Die Welt ist im Umbruch. Wir erleben Krisen und Kriege, zwar noch keine Revolutionen, aber Aufstände und Tendenzen zum Klassenkampf. In diesem Szenario verschärft sich der Kampf der USA mit China um die Vorherrschaft. Woher kommt China und wohin führt sein Weg?

Dieser Tage wird in Berlin, wie jedes Jahr, das traditionelle LLL-Wochende begangen: Zehntausende gedenken den im Januar 1919 durch Freikorps auf Geheiß der SPD ermordeten Revolutionär:innen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die erst kurz zuvor die KPD gründeten. Sie stehen für die Novemberrevolution, mit der der Erste Weltkrieg für Deutschland beendet worden ist, der erste große imperialistische Krieg der Geschichte. 

Mit dem Ende der nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Jalta-Ordnung gewinnt die von Lenin getroffene Definition der Epoche von „Krisen, Kriegen und Revolutionen“ wieder an Aktualität. Einige sehen darin bereits den Beginn des Dritten Weltkrieges. Hier sind wir jedoch (noch) nicht. Insbesondere geht es dabei um den Konflikt der USA mit China. In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns daher mit einer Großmacht, die in der neuen Epoche eine zentrale Rolle spielen wird: China. Die atemberaubende wirtschaftliche Entwicklung Chinas wurde oftmals als der „chinesische Weg“ beschrieben. Wir fragen daher, wohin dieser Weg führen wird.

Über die Einordnung Chinas ins globale System hat  die Strömung Permanente Revolution – Vierte Internationale (SPR-VI), von der die Revolutionäre Internationalistische Organisation (RIO) ein Teil ist, auch auf ihrer letzten internationalen Konferenz im Dezember 2025 ausführlich diskutiert. Im Artikel von André Barbieri und Esteban Mercatante wird eine solche Einordnung versucht. Die beiden Autoren betrachten systematisch die Stellung Chinas gegenüber den „alten“ imperialistischen Mächten, seine wirtschaftlichen, technologischen und militärischen Entwicklungen und nicht zuletzt das Potenzial einer neuen Generation von Arbeiter:innen und des Klassenkampfs. Während China schon heute starke imperialistische Züge aufweist, diskutieren Barbieri und Mercatante ihren genauen Grad. Ist China bereits ein imperialistischer Staat im Aufbau? Oder steht dem Land dieser Sprung noch bevor – und mit ihm noch größere Verwerfungen in der Weltordnung?

Oscar Weber beleuchtet in seinem Artikel dagegen stärker die militärische Seite dieser Fragestellung in Auseinandersetzung mit der neorealistischen Schule der Politikwissenschaft: Wird die neue Welt von Land- oder Seemächten dominiert und welche Rolle spielen hierbei die USA und China?

Um die Ursprünge des heutigen Chinas verstehen zu können, geht Lennart Schlüter in seinem Artikel einer geschichtlichen Betrachtung nach: Im ersten hier erschienenen Beitrag einer zweiteiligen Reihe geht es um die Entwicklung des Landes bis zur verlorenen Revolution der Jahre 1925 bis 1927 und deren Folgen.

Juan Chingo, Anführer der SPR-VI und ihrer französischen Sektion Révolution Permanente, stellte bereits im Jahre 2021 einige Thesen über Chinas Entwicklung auf. Wir halten den Diskussionsbeitrag auch heute noch für wertvoll, weshalb wir ihn in diese Ausgabe aufgenommen haben.

Abseits des Schwerpunkts setzen Luis Linden und Baran Serhad in ihrem Artikel „Einheitsfront von unten oder: Wie ich lernte, die Niederlage zu lieben“ eine Diskussion, welche wir mit der Kommunistischen Partei (ehemals Kommunistische Organisation, KO) über die Frage der Einheitsfront begonnen haben und die auch im Rahmen einer Veranstaltung der KP mit KGK an diesem LLL-Wochenende diskutiert worden ist, fort.

Artikel in dieser Ausgabe

André Barbieri und Esteban Mercatante: China im globalen kapitalistischen System

Oscar Weber: Land oder Meer: China, die USA und die Kontrolle der Weltwirtschaft

Lennart Schlüter: Chinas deformierte Revolution, Teil 1: Die Niederlage von 1925 bis 1927

Juan Chingo: Chinas Platz in der Hierarchie des globalen Kapitalismus

Luis Linden und Baran Serhad: Einheitsfront von unten, oder: Wie ich lernte, die Niederlage zu lieben

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