„Ich bin ehrlich gesagt fassungslos und wütend“

21.04.2026, Lesezeit 3 Min.
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Foto: Gunnar Klack / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Einsendung einer Beschäftigten von Vivantes als Reaktion auf die angekündigten Sparmaßnahmen der Geschäftsführung in Folge der Kürzungspolitik der Bundesregierung.

Ich habe gerade folgende Mail der Geschäftsführung gelesen und bin ehrlich gesagt fassungslos und wütend! Die nächsten Jahre werden heftig sein im Gesundheitswesen.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

seit Donnerstag, 16. April 2026, liegt ein erster Entwurf für das Sparpaket der Bundesregierung zur Sanierung der gesetzlichen Krankenversicherung vor. Danach müssen sich alle Kliniken auf dramatische Einschnitte in der Finanzierung einstellen. Diese werden auch Vivantes hart treffen.

Nach ersten Berechnungen muss Vivantes alleine im kommenden Jahr mit Erlösverlusten in Höhe von rund 70 Millionen Euro rechnen. Neu ist, dass hiervon alle Berufsgruppen betroffen sind, auch die Pflege. Denn sowohl die Fallpauschalen als auch das Pflegebudget sollen künftig nur noch mit den Einnahmen der Krankenkassen wachsen. Bislang steigen die Personal- und Sachkosten in Krankenhäusern viel schneller. Wenn wir nichts dagegen tun, wird auch unser Defizit wieder größer.

Im Juli 2024 haben wir unserem Aufsichtsrat ein Sanierungs- und Neuausrichtungskonzept vorgeschlagen, welches dieser einstimmig – das heißt mit den Stimmen der Anteilseignerinnen und der Arbeitnehmervertreterinnen – befürwortet hat. Die erfolgreiche Sanierung ist die Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung durch das Land Berlin. Sie wurde bisher sehr erfolgreich umgesetzt und das ist insbesondere Ihr Verdienst. Hierfür danken wir Ihnen ausdrücklich.

Wir prüfen aktuell, welche Auswirkungen die angekündigten, drastischen Sparmaßnahmen auf unsere Wirtschaftsplanung 2027 haben. Wir müssen davon ausgehen, dass in den vor uns liegenden Monaten und Jahren erhebliche zusätzliche Einsparungen auf uns zukommen werden. Hiervon ist nicht nur Vivantes betroffen – alle deutschen Kliniken stehen nun vor den gleichen Herausforderungen.

Nach aktuellem Zeitplan soll das Gesetz noch vor der Sommerpause 2026 verabschiedet werden. Wir werden die weitere Entwicklung sehr eng verfolgen und uns hierzu mit Verbänden, unseren betrieblichen Gremien sowie dem Aufsichtsrat und natürlich insbesondere mit unserem Gesellschafter austauschen. Selbstverständlich werden wir Sie regelmäßig informieren.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen.

Ihre Geschäftsführung

Uns wird erst für die „sehr erfolgreiche Sanierung“ gedankt nur um uns dann zu sagen, dass trotz all unserer Mühen dramatische Einschnitte – auch beim Pflegebudget – bevorstehen.Es ist eine Schande! Für Aufrüstung und die Bundeswehr sind Milliarden da, aber bei der Gesundheit und bei uns, die das System am Laufen halten, wird extrem gekürzt. Wir leisten hier täglich Schwerstarbeit und bekommen als „Dank“ erneut finanzielle Unsicherheit serviert.Das ist absolut unverantwortlich. Umso wichtiger ist der Töchterstreik und das die Kolleg:innen uns zeigen dass sich kämpfen lohnt, gegen dieses ausbeuterische System

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