Grok: Musks Deepfake-Paradies für Pornografie

14.01.2026, Lesezeit 5 Min.
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Symbolbild: KI-Generierung von Deepfake-Bildern / Who is Danny (Shutterstock: Asset-ID 2370434979)

Auf X kann man einer KI befehlen, gepostete Bilder von Nutzer:innen „auszuziehen“. Eine Funktion, die vor allem Jugendliche und minderjährige Mädchen der sexualisierten Gewalt auf dem Silbertablett serviert – und Musk und Co. noch reicher macht.

Elon Musk hat nie einen Hehl daraus gemacht, welche sexualisierten Fantasien er hat. Bereits vor 2020 verbreitete er seine Vorstellungen eines „Catgirl“-Sexroboters und dass „damit in einigen Jahren Sexroboter genauso normalisiert sein könnten wie Mobiltelefone“. Auch die herablassenden Kommentare über Vivian Jenna Wilson, biologisches Kind von Elon Musk, die ihn mittlerweile sogar als Vater ablehnt und öffentlich seine Transfeindlichkeit vorführte, sind ein Beweis dafür, welch sexistisches Schwein dieser Mann ist.

KI-generierte Sexualisierung

Seit geraumer Zeit kann man nun auf der von ihm aufgekauften und umbenannten Plattform X (ehemals Twitter) durch die speziell für X entwickelte KI „Grok“ sogenannte Deepfakes erstellen, also von KI gefälschte Darstellungen, um gepostete Bilder von Nutzer:innen zu verfälschen und sie beispielsweise in Bikini darzustellen. Dabei reichen die Ideen einer sexistisch geprägten Gesellschaft sehr tief – Ideen, die man so nicht einmal beschreiben möchte. Und traurigerweise verschwinden diese erstellten Bilder nicht mehr einfach aus dem Internet. Besonders Jugendliche und minderjährige Mädchen sind davon betroffen, aber auch Frauen und queere Menschen generell.

So weit gehen Elon Musk, aber auch Konsorten wie Mark Zuckerberg, wenn es darum geht, User durch sexistische KI auf ihren Plattformen zu halten, um weiter fleißig damit Geld zu verdienen. Dass Zuckerberg die jetzige Amtszeit Donald J. Trumps als Beginn einer neuen Ära bezeichnet, ist ein weiterer Beweis für die Verrohung einer vermeintlichen Progressivität. Es ist die Ära des Ende dieses progressiven Neoliberalismus‘, auch in der digitalen Welt. In Zeiten früherer wirtschaftlicher Stabilität und geordneten globalen Kräfteverhältnissen für den sozialen Frieden wurde der Anschein geweckt, Firmenchefs und Politiker:innen wären daran interessiert, Frauen und queeren Personen gleiche Rechte zukommen zu lassen. 

Jetzt sehen wir aber eine Abkehr davon. Wir sehen einen globalen politischen Rechtsruck, der sich beispielsweise in den USA mit einer Abschaffung des Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen und der massiven Entrechtung von trans Personen zeigt oder in Deutschland mit der Hetze der AfD gegen queere Personen, Merz‘ Aussage „der Bundestag sei kein Zirkuszelt“ oder dem Verbot von Gendern in Schulen durch die CDU-Bildungsministerin. Auch die Abkehr von vermeintlich feministischen Errungenschaften, wie dem Aufheben von Diversitätsbemühungen durch beispielsweise den Softwarekonzern SAP, wenn es darum geht, wichtige Handelspartner wie die USA nicht zu verlieren, sind Beispiele dafür. Und Bosse wie Musk und Zuckerberg, die nahezu alle gängigen sozialen Medien in den Händen halten, schließen sich diesem Kurs an und verwirklichen schamlos ihre sexistischen Fantasien, um gleichzeitig Berge an Kohle zu scheffeln.

Mehr Strafen lösen das Problem nicht

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig von der SPD fordert als Reaktion eine Verschärfung der Gesetze in Deutschland gegen diese Deepfakes. Das Problem: Mehr Strafen werden ein Problem, das in den Köpfen einer patriarchalen Gesellschaft tief verankert ist, nicht lösen. Am Beispiel der Aufhebung von Frauenquoten und Co. sieht man sehr genau, was wirklich zählt, wenn die wirtschaftliche Stabilität bröckelt: Profite statt vermeintlicher Gleichberechtigung. Erst recht nicht, wenn diese Sozialisierung durch Politik und von kapitalistischen Konzernen angeleiteten Medien stattfindet. Doch nicht nur das. Sexismus ist nebenbei ein benötigter Unterdrückungsmechanismus, auf den das System nicht verzichten kann. Denn der Kapitalismus braucht, neben den unzähligen Stunden unbezahlter Care-Arbeit, die die Funktionsweise dieses Systems gewähren auch diese Spaltung, um zu verhindern, dass sich die Beschäftigten vereint gegen ihn erheben können. Diese Strategie geht auf – und führt zu einem Zustand, dass sich unter diesen Umständen weder verbessern lässt, noch mit noch mehr Strafen bekämpft oder gar abgeschafft werden kann.

Wir müssen definitiv darüber reden, wie KI in den Höchstzeiten des Kapitalismus funktioniert. In einer solidarischen Gesellschaft wäre sie nicht schädlich, sondern könnte der Gesellschaft sehr hilfreich sein. Aber solange sexistische Superreiche wie Elon Musk die Zügel in der Hand halten und die Peitschen gegen die Beschäftigten in den Programmierzentralen und Produktionsfabriken schlagen, wird KI viel zu oft für sexistische, rassistische und andere diskriminierende Zwecke benutzt werden – weil sie auch darauf ausgelegt sein wird. Was auf X durch Grok passiert, ist der (cyber-)lebende Beweis dafür.

Die Einzigen, die wirklich dafür sorgen können, dass das aufhört, sind die Beschäftigten, die diese Plattform und ihre KI programmieren und am Laufen halten. Wir stehen deshalb für die Enteignung solcher Plattformen und sozialen Medien unter Arbeiter:innen- und Nutzer:innenkontrolle. So können die Inhalte demokratisch verwaltet werden und der sich dort befindenden Hetze ein Ende gesetzt werden. Aber damit das passiert, müssen auch Gewerkschaften dem Sexismus den Kampf ansagen – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Gewerkschafter:innen müssen für feministische, demokratische, unabhängige Gewerkschaften kämpfen, ihre Kolleg:innen für den Kampf dafür gewinnen, bis dieser Kampf in den Zentralen von Elon Musk Tech-Imperium ankommt. Denn dieses Imperium ist zwar riesig und das vermutlich bestgeschützte der Welt – aber gegen die geballte Kraft der eigenen Beschäftigten kommt keine Sicherheit an.

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