Deutsche Delegation nach Kurdistan in der Türkei festgenommen

28.01.2026, Lesezeit 3 Min.
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Symbolbild. Foto: TommoT/shutterstock.com

Aktivist:innen und Journalist:innen, die sich aus Deutschland auf den Weg in kurdische Gebiete gemacht haben, um über Proteste zu berichten, wurden von der türkischen Polizei festgenommen. Wir fordern ihre sofortige Freilassung.

Seit Monaten schon versucht das syrische Regime unter dem ehemaligen Al-Qaeda-Anführer Ahmed al-Scharaa, die kurdische Autonomie zu zerschlagen. Mit Unterstützung USA und der Türkei marschiert die syrische Armee in Rojava ein, um die nördlichen Provinzen gewaltsam mit Syrien zu vereinen. Die syrische Armee ging seit Wochen brutalst gegen die SDF (Syrische Demokratische Kräfte) vor und drückte ihnen ein heuchlerisches Abkommen zur „nationalen Stabilisierung“ auf, welches aber lediglich zur Zerschlagung kurdischer Selbstbestimmung dient. Zu einem Ende der Kämpfe hat das aber nicht geführt, die syrische Armee rückt weiter vor und begeht dabei Massaker gegen die Bevölkerung.

Aktuell ist von Deutschland eine Karawane Richtung Rojava in die Stadt Kobane unterwegs, welche von der syrischen Armee umzingelt ist. Über 150 junge Menschen haben sich der „Karawane für die Menschlichkeit“ angeschlossen. Sie bringen mit dieser Karawane auch wichtige Hilfsgüter in die Region. Aktuell wird die Karawane an der griechisch-türkischen Grenze von der türkischen Polizei und dem Militär festgehalten und ihre Pässe wurden einbehalten.

Aus Deutschland hat sich vergangene Woche außerdem eine Delegation aus 16 Aktivist:innen und Journalist:innen (darunter Mitglieder von Jugendorganisationen wie der Linksjugend Solid, Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO), die Demokratische Jugend (YUNA) und der Kommunistische Aufbau (KA)),auf den Weg in die kurdischen Regionen der Türkei gemacht, um dort stattfindende Proteste zu begleiten und über die dortige humanitäre Lage zu berichten. Als sie gerade auf dem Weg von Diyarbakır nach Mardin waren, wurden sie von der türkischen Polizei aufgehalten und alle 16 Teilnehmenden der Delegation wurden festgenommen und der Ausländerbehörde überstellt. Was nun mit ihnen passiert, ist nicht klar.

Wir verurteilen die Angriffe auf Rojava und die kurdische Autonomie und fordern die sofortige Freilassung aller 16 Teilnehmenden der Delegation und fordern für die Delegation der 16 und der Teilnehmenden der Karawane die Gewährung vollständiger Bewegungsfreiheit, einschließlich der Reise in kurdische Gebiete. Das kurdische Volk hat das Recht auf militärischen Widerstand und Selbstbestimmung und internationalistische Aktivist:innen haben das Recht, sich ihnen anzuschließen. Wir bekräftigen die Forderungen nach einem Stopp von Waffengeschäften und reaktionären Grenzdeals mit dem türkischen Regime sowie nach dem Bruch der Abkommen mit der mörderischen Regierung al-Scharaas.

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