„Den deutschen Imperialismus nicht nur pieksen“
Auf der Peter-Hacks-Tagung diskutierte der Redakteur des KGK-Magazins Marco Blechschmidt mit teils prominenten Vertreter:innen verschiedener linker Strömungen über Theorie und Aktualität des Imperialismusbegriffs.
Zum 18. Mal lud die Peter-Hacks-Gesellschaft am 31. Oktober und 1. November zur gleichnamigen Tagung nach Berlin. Das Thema: die Auseinandersetzung des Dramatikers und Lyrikers Hacks mit dem Imperialismus. Beschäftigte sich die wissenschaftliche Tagung in den Räumen der Hellen Panke selbst mit verschiedenen literarischen und theoretischen Aspekten dieser Beschäftigung, verwies eine Podiumsdiskussion am Vorabend auf die brennende politische Aktualität. Unter dem Motto „Imperialismus heute: Weltumspannend? – Friedensfähig? – Unbesiegbar?“ diskutierten Luca Schneider von der Kommunistischen Organisation, Björn Blach, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Kommunistischen Partei, die Europaabgeordnete Özlem Demirel (Die Linke), der Journalist Jörg Kronauer sowie – in den Worten der jungen Welt – „ganz links schließlich der Trotzkist Marco Blechschmidt von ‚Klasse gegen Klasse‘.“
Die kontroverse Diskussion spann sich moderiert von Detlef Kannapin von der marxistischen Theorie vom Imperialismus zu deren Anwendung auf die heutige Weltlage mit den zunehmenden Spannungen zwischen Großmächten. Waren sich die Diskutant:innen zwar einig, dass der Imperialismus zwar weltumspannend, doch weder friedensfähig noch unbesiegbar ist, entbrannte spätestens bei der Einschätzung des Kriegs in der Ukraine und des Aufstiegs Chinas eine lebhafte Diskussion. Nicht zuletzt ging es darum, wie es denn gehen könne, „die Sache selber totzuschlagen“ oder ob es nicht doch nur darum gehe, den deutschen Imperialismus zu pieksen.
Die Peter-Hacks-Gesellschaft hat die Aufzeichnung der Diskussion auf Youtube zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltung beginnt ab 16:37. Auf dem Kanal findet sich auch ein Mitschnitt der Tagung.