Deutschland

Daimler: 450 Millionen Steuergeschenke, 1,4 Milliarden für Aktionäre und 20.000 Jobs weg

Trotz Corona-Krise hat der Autobauer 2020 einen Gewinn von 4 Milliarden Euro verbucht. Davon gönnen sich die Aktionäre erst einmal eine Ausschüttung von 1,4 Milliarden. Bezahlt wird das mit Staatshilfen und Entlassungen.

Daimler: 450 Millionen Steuergeschenke, 1,4 Milliarden für Aktionäre und 20.000 Jobs weg
Foto: topdeluxe/creativecommons.org

Vergangenes Jahr verkaufte Daimler 15 Prozent weniger Fahrzeuge. Der Gewinn stieg dennoch auf vier Milliarden. Dafür müssen vor allem die Beschäftigten bluten. 10.000 Stellen weltweit wurden 2020 bereits abgebaut. In Deutschland drohen in den kommenden Jahren weitere 20.000 Jobs wegzufallen. Besonders hart trifft es die Standorte Stuttgart-Untertürkheim mit 4.000 gestrichenen Arbeitsplätzen und Berlin-Marienfelde, wo 2.000 Jobs bedroht sind.

Der Konzern sparte sich aber auch Gehälter durch Kurzarbeit. Konzernchef Ola Källenius schätzte, dass Daimler auf diese Weise 700 Millionen weniger für Löhne ausgab. Im April hatte der Autohersteller seine Produktion an mehreren Standorten komplett eingestellt und seine Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt. Die Bundesagentur für Arbeit zahlte 60 bis 67 Prozent des Gehalts. Ein Steuergeschenk in Höhe von circa 450 Millionen Euro.

Diese Gelder werden nun anderweitig ausgegeben: Wegen der hohen Gewinne stieg 2020 das Jahresgehalt von Källenius um 2,3 Millionen, auf 5,9 Millionen. Besonders freuen dürfen sich zudem die Aktionäre: Die Dividende steigt um 50 Prozent auf 1,35 Euro pro Aktie. Damit wird Daimler für das abgelaufene Jahr 1,4 Milliarden Gewinne ausschütten. Zum Vergleich: Wenn die 20.000 Stellen wegfallen, spart sich Daimler jährlich circa eine Milliarde an Gehältern.

One thought on “Daimler: 450 Millionen Steuergeschenke, 1,4 Milliarden für Aktionäre und 20.000 Jobs weg

  1. E. Crump sagt:

    Bei allem Verständnis, da ist schon lange eine Korrektur notwendig! Was Vorstände und Aktionäre sich herausnehmen ist inzwischen mehr als asozial!

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