Beschlüsse der XIV. Konferenz der Strömung Permanente Revolution – Vierte Internationale
Vom 15. bis 20. Dezember tagte in São Paulo (Brasilien) die XIV. Konferenz der internationalen Strömung FT-CI, die beschloss, ihren Namen in Strömung Permanente Revolution – Vierte Internationale zu ändern. Es waren intensive Tage internationalistischer Debatten mit Dutzenden von Delegierten aus verschiedenen Ländern. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Beschlüsse vor.
Im Folgenden stellen wir die von der XIV. Konferenz der Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale (FT-CI) verabschiedeten Beschlüsse vor, darunter die Annahme des neuen Namens Strömung Permanente Revolution (Vierte Internationale).
Die Konferenz fand vom 15. bis 20. Dezember in São Paulo statt und wurde von einer großen Eröffnungsveranstaltung mit mehr als 1.000 Teilnehmer:innen eingeleitet. Sie knüpfte an die internationalistische Veranstaltung mit mehr als 2.000 Teilnehmern in Paris an sowie an die Veranstaltungen mit Hunderten von Teilnehmenden in Madrid und Barcelona. Für 2026 beschloss die XIV. Konferenz, als Großveranstaltung ein öffentliches und offenes internationales Seminar über die Theorie der permanenten Revolution im 21. Jahrhundert durchzuführen.
An der Konferenz in São Paulo nahmen Dutzende von Delegierten ihrer Mitgliedsorganisationen aus Argentinien (PTS), Frankreich (RP), Brasilien (MRT), Chile (PTR), Deutschland (RIO), den Vereinigten Staaten (Left Voice), Mexiko (MTS), dem spanischen Staat (CRT), Uruguay (CTS), Venezuela (LTS), Bolivien (LOR-CI), Italien (FIR), Costa Rica (OSR) und Peru (CST) teil. Ebenfalls anwesend waren geladene Delegierte von March to Socialism aus Südkorea, der Gruppe Rouge aus Belgien, der Gruppe What Is To Be Done aus Kanada und Genoss:innen aus Spanien.
Es waren intensive Tage internationalistischer Debatten und kollektiver Arbeit, in denen die Konferenz auf der Grundlage einer Reihe von Diskussionen über die wichtigsten Koordinaten der internationalen Lage sowie die wichtigsten politischen Phänomene, den Klassenkampf und die Intervention der revolutionären Sozialist:innen zu einer Reihe von Schlussfolgerungen gelangte, die wir hier vorstellen.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Beziehungen zu den Genoss:innen von March to Socialism weiter zu vertiefen. Mit ihnen stehen wir seit mehreren Jahren in Kontakt und stimmen in wichtigen Bereichen überein. In anderen Punkten bestehen jedoch weiterhin Differenzen, die es zu vertiefen gilt, etwa über den imperialistischen Charakter Chinas oder über demokratische Forderungen, zum Beispiel jene nach einer verfassungsgebenden Versammlung. Dabei ist die sehr wichtige Tatsache zu berücksichtigen, die von den Genoss:innen auf der Konferenz selbst herausgearbeitet wurde: die Bedeutung Ost- und Südostasiens, wo sich ein riesiges neues Proletariat konzentriert hat und die Region innerhalb des kapitalistischen Weltmarktes ein entscheidendes wirtschaftliches Gewicht erlangt hat. In kommender Zeit werden wir den reichen Inhalt dieser Debatten ausführlicher darlegen. Hier präsentieren wir die von der Konferenz verabschiedeten Resolutionen.
Zur internationalen Lage
1. Die XIV. Konferenz der FT-CI beschließt nach einer reichhaltigen Debatte über die wichtigsten Definitionen der turbulenten internationalen Lage, in der sich die Tendenzen zu Krisen, Kriegen sowie zu Zusammenstößen von Revolution und Konterrevolution erneut verstärken, die Annahme der vorgelegten Positionen. Sie billigt insgesamt das der Konferenz vorgelegte Dokument sowie die Kernaussagen der einleitenden Berichte, in denen zentrale Elemente diskutiert und aktualisiert wurden. Dazu zählt insbesondere die Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten unter der zweiten Regierung von Donald Trump.
In diesem Zusammenhang entwickelte sich eine Debatte über einige Kategorien wie „Interregnum“, „systemisches Chaos“, „asymmetrische Polarisierung“ und „Periode des Kampfes um Hegemonie zwischen den USA und China“ sowie über die Notwendigkeit, ihre Verwendung im Rahmen einer marxistischen Analyse der internationalen Lage zu präzisieren. Die Konferenz stellte fest, dass sich die im Dokument beschriebenen Tendenzen im Allgemeinen vertiefen, wie beispielsweise der Sprung in der imperialistischen Offensive gegen Lateinamerika, um die sogenannte „Westliche Hemisphäre“ (von Grönland bis Feuerland) im Streit mit China hinter den Vereinigten Staaten zu vereinen. Diese imperialistische Politik kommt heute im Sprung in der Offensive der Vereinigten Staaten gegen Venezuela zum Ausdruck. Die Konferenz stellte auch fest, dass sich die Tendenzen zu einem neuen Sprung im Klassenkampf fortsetzen – vor allem ausgehend von der Solidaritätsbewegung mit Palästina –, deren bisheriger Höhepunkt der Generalstreik in Italien ist und die sich auch im Generalstreik in Portugal, den Streiks in Belgien und anderen Prozessen äußern.
Daher bekräftigte sie, dass wir uns auf eine Phase der Verschärfung der Rivalitäten zwischen den Mächten und der politischen Radikalisierung und des Klassenkampfs vorbereiten. In diesem Rahmen wurde die Diskussion über die Situation unter dem Gesichtspunkt der Intervention in den Klassenkampf und der neuen politischen Phänomene links des Sozialliberalismus geführt.
2. Angesichts der imperialistischen Offensiven auf der ganzen Welt schlagen wir vor, den Internationalismus der FT-CI mit drei zentralen antiimperialistischen Kampagnen zu bekräftigen und zu stärken:
a) Angesichts des enormen militärischen Aufgebots in der Karibik sowie der See- und Ölblockade Venezuelas durch die Vereinigten Staaten und aufgrund der Dringlichkeit der Lage beschließen wir, eine internationalistische Kampagne gegen die imperialistische Aggression und die militärische Blockade der Vereinigten Staaten unter Trump gegen Venezuela zu priorisieren. Dabei nehmen wir eine unabhängige Position gegenüber dem bonapartistischen und repressiven Regime Maduros ein. Zugleich bekräftigen wir die Bestimmungen der letzten Erklärung der FT-CI „Stoppt die Eskalation der imperialistischen Aggression gegen Venezuela“, die eine klassenbewusste und revolutionäre Position festlegt. Mit dieser Position fördern und beteiligen wir uns an Mobilisierungen oder Maßnahmen der antiimperialistischen Einheit. Wir betrachten diese Kampagne als integralen Bestandteil des Kampfes gegen die imperialistische Offensive in der Region und ihre lokalen Akteure, gegen die Ausbeutung durch die Schulden des IWF und des internationalen Finanzkapitals, gegen die Plünderung wirtschaftlicher Ressourcen und Gemeingüter.
b) Angesichts des trügerischen Waffenstillstands im Nahen Osten und der von den Vereinigten Staaten geförderten Völkermordpolitik des Staates Israel, mit der Komplizenschaft der europäischen imperialistischen Mächte und der arabischen Bourgeoisie, verstärken wir die Kampagne gegen den Völkermord in Palästina und für ein freies Palästina auf seinem gesamten historischen Gebiet. Ein Palästina, in dem Araber:innen und Jüd:innen in Frieden zusammenleben können, auf der Grundlage der Auflösung des zionistischen Staates. Dazu entwickeln wir unsere Punkte eines Übergangsprogramms für ein sozialistisches Palästina der Arbeiter:innen im Rahmen des Kampfes für eine Föderation sozialistischer Staaten im Nahen Osten. Teil dieser Kampagne ist der Kampf gegen die starke Repression, der die Solidaritätsbewegung mit dem palästinensischen Volk durch verschiedene Staaten ausgesetzt ist, wie beispielsweise der Prozess gegen unseren Genossen Anasse Kazib zeigt.
c) Wir verstärken die Kampagne gegen den imperialistischen Militarismus mit Schwerpunkt in Europa, indem wir die Einheit mit anderen Sektoren, wie der Bewegung „Krieg dem Krieg“ suchen und die Beziehung des Militarismus zu den Leiden der Massen, den Kürzungen der Sozialbudgets und Löhne usw. deutlich machen.
3. In Anbetracht der Tatsache, dass Maßnahmen und Angriffe gegen Migrant:innen eine zentrale Politik der Regierungen, insbesondere in Europa und den USA, sind, die einen entscheidenden Aspekt der Politik der extremen Rechten darstellen, der es entgegenzutreten gilt, und die auch von den „zentristischen“ Regierungen übernommen werden, sieht die XIV. Konferenz der FT-CI die Bekämpfung dieser Politik als zentrale Aufgabe an, mit einem klaren Fokus auf die Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie beschließt außerdem, die Politik der Genoss:innen der MRT in Brasilien zur Bekämpfung von Rassismus und zur gemeinsamen Organisierung und Aktion mit den Bewegungen afrikanischer Migrant:innen zu vertiefen. Diese Politik von herausgehobener Bedeutung soll als Vorbild für andere Länder dienen.
4. Wir entwickeln ein Schulungsprogramm mit den politisch-theoretischen Debatten unserer Tradition über den antiimperialistischen Kampf, ausgehend von den Diskussionen über die „Leitsätze zur Orientfrage“ und deren Weiterentwicklung durch die Theorie der permanenten Revolution. Dies umfasst unterschiedliche Positionen, in die sich die trotzkistische Bewegung nach dem Tod Trotzkis anhand dieses Themas gespalten hat, bis hin zu ihrer heutigen Reflexion in Strömungen, die einen gewissen Einfluss haben und sich zum Ziel gesetzt haben, um die Ausrichtung der antiimperialistischen Bewegung zu kämpfen.
Über die Diskussionen zu China
1. Die XIV. Konferenz der FT-CI vertiefte und entwickelte auf der Grundlage des Dokuments zu China (das in seinen allgemeinen Bestimmungen angenommen wurde) die Charakterisierung des asiatischen Riesen sowie die wichtigsten politischen und strategischen Probleme, die sein Aufkommen mit sich bringt.
2. Zur Charakterisierung Chinas: Als kapitalistische Macht, die aus der Restauration hervorgegangen ist, weist China starke imperialistische Züge auf, angeführt von der bonapartistischen Bürokratie der Kommunistischen Partei Chinas, die mit ihrem staatlichen Dirigismus den Kapitalismus verwaltet und dem wachsenden Privatsektor immer mehr Raum gibt, wobei sie die Arbeiter:innenklasse streng diszipliniert. Das „chinesische Modell“ ist ohne diese repressive und reaktionäre Disziplinierung der Arbeiter:innen und Bäuer:innen undenkbar. Daher ist es von grundlegender Bedeutung, den sozialen Charakter und die politische Praxis der Bürokratie der KPCh sowie ihre untrennbare Verflechtung mit der chinesischen Großbourgeoisie anzuprangern. Demgegenüber stellen wir den Klassenkampf und die unabhängige politische Entwicklung der Arbeiter:innenklasse sowie den Kampf für ihre politischen und gewerkschaftlichen Rechte, die Rechte der Jugend und der Bäuer:innen in China in den Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist es, das Vorgehen des chinesischen Staates in anderen Ländern, insbesondere in Afrika und Lateinamerika, anzuprangern, das den Raubbau an den Gemeingütern, die Umweltzerstörung und die Unterdrückung der Völker noch verschärft. Dies ist Teil unseres Kampfes gegen die Vorstellung, dass der chinesische Staat ein Verbündeter der Völker im Kampf gegen den US-Imperialismus und den Weltimperialismus sei. Ausgehend von diesem gemeinsamen Rahmen, der uns grundsätzlich von jedem Lagerdenken und vom „Multilateralismus“ abgrenzt, untersuchen wir weiterhin den genauen Grad dieser imperialistischen Züge und ihre Auswirkungen im Sinne der beiden alternativen Definitionen („kapitalistische Macht mit zunehmend imperialistischen Zügen“ und „Imperialismus im Aufbau“), die im Dokument für die Konferenz enthalten sind.
3. In Bezug auf Taiwan im Allgemeinen und einen möglichen militärischen Konflikt zwischen den USA und China um dieses Land im Besonderen bestätigen wir die in dem vorgelegten Dokument enthaltenen Definitionen. Was das Recht seines Volkes auf Selbstbestimmung betrifft, präzisieren wir die Definition wie folgt: „Wir verteidigen das Selbstbestimmungsrecht Taiwans gegen den diplomatischen Druck Pekings und der Ein-China-Politik; ebenso kann dieses Recht auf Selbstbestimmung nicht verwirklicht werden, indem es dem US-Militarismus untergeordnet wird. Die konkrete Form der Verteidigung der Selbstbestimmung Taiwans ist verbunden mit einem Programm der Arbeiter:innen und der Massen, das unabhängig ist vom US-Imperialismus und seiner Militarisierung der Insel einerseits und vom chinesischen Bonapartismus und seinen militärischen Provokationen andererseits. Jede militärische Aggression des Chinas unter Xi Jinping, die darauf abzielt, eine gewaltsame Vereinigung gegen den Willen der taiwanesischen Bevölkerung zu erzwingen, muss energisch zurückgewiesen werden, da sie keine Verbesserung der Lage der am stärksten ausgebeuteten und unterdrückten Schichten der Insel bedeuten würde, die unter die Vormundschaft eines reaktionären bonapartistischen Regimes unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas gestellt würden. Andererseits muss die zunehmende Militarisierung Taiwans, die durch das imperialistische Zweiparteiensystem der USA gefördert wird und mit einer subtilen Änderung der Haltung der USA zur Möglichkeit einer militärischen Intervention einhergeht, von der internationalen Arbeiter:innenklasse als Teil einer unnachgiebigen antiimperialistischen Haltung abgelehnt werden. Angesichts dieser beiden Perspektiven ist das Handeln der Arbeiter:innen auf beiden Seiten der Taiwanstraße von entscheidender Bedeutung. Diese programmatische Haltung ist der beste Weg, um die einheimische Bourgeoisie in ihren verschiedenen Fraktionen zu bekämpfen, seien sie nun pro-chinesisch oder pro-amerikanisch. Ein sozialistisches Taiwan der Arbeiter:innen, unabhängig von den rivalisierenden Mächten, könnte ein Hebel für die Entwicklung einer antikapitalistischen und antiimperialistischen Mobilisierung in ganz Asien sein, die sich gegen die imperialistische Politik der USA, aber auch gegen die Politik Beijings richtet.“
4. Die XIV. Konferenz der FT-CI beschließt, ein Seminar zur Untersuchung des Phänomens China im Zusammenhang mit der Theorie des Imperialismus und seiner Entwicklungen abzuhalten.
Zu den Diskussionen über die Orientierung
1. Ausgehend von dem zur Diskussion vorgelegten Orientierungsdokument diskutierte die XIV. Konferenz aus verschiedenen Blickwinkeln die Intervention unserer internationalen Organisation und ihrer verschiedenen Sektionen, eine gemeinsame Ausarbeitung, die zu einer Reihe von Definitionen führte, die die Orientierung ergänzen und präzisieren und in den vorliegenden Resolutionen enthalten sind.
2. Die Konferenz beschließt, als Teil der endgültigen Fassung des Orientierungsdokuments ein Kapitel aufzunehmen, das die Politik der Selbstorganisation („sowjetische Strategie“) hervorhebt, ein charakteristisches Merkmal unserer internationalen Strömung, das wir als wesentlichen Bestandteil des Kampfes für den Wiederaufbau der IV. Internationale betrachten. Darin werden folgende Punkte behandelt: 1) die Bedeutung der Schaffung von „Bastionen“ als Mittel, um den Einfluss unserer Organisationen zu bündeln und eine Reihe von Mechanismen in Gang zu setzen, mit denen wir effektiv in den Klassenkampf eingreifen können; 2) den Kampf um die Verbindung der Avantgarde und der Massen durch die Schaffung von Institutionen der Vereinigung und Koordination (mit Freiheit für die Tendenzen der Arbeiter:innen und Linken), wobei wir die von Trotzki entwickelte Idee der „Aktionskomitees“ wieder aufgreifen, um die Einheitsfront durchzusetzen und die Passivität und Spaltung der Bürokratie im Hinblick auf die Entwicklung sowjetischer Organisationen zu überwinden. 3) Dieser Kampf ist verbunden mit dem Eingreifen in die Gewerkschaften und dem Kampf um ihre Rückeroberung aus den Händen der Bürokratie. Es handelt sich nicht um universelle Formeln, sondern um eine Algebra, die entsprechend den nationalen Gegebenheiten, dem Entwicklungsstand unserer jeweiligen Organisationen, den unterschiedlichen politischen Situationen und der konkreten Dynamik des Klassenkampfs durchdacht und entwickelt werden muss.
3. Die XIV. Konferenz der FT beschließt, die Politik der Bewegung für eine Internationale der Sozialistischen Revolution, die für uns die IV. Internationale ist, in den im Orientierungsdokument entwickelten Begriffen wieder aufzunehmen und zu aktualisieren, nämlich: „Die Aufgabe, eine Internationale der Sozialistischen Revolution aufzubauen, ist eine der wichtigsten Pflichten der Revolutionär:innen, um sich der neuen Etappe zu stellen, die sich eröffnet. Wir sind uns bewusst, dass keine der derzeit existierenden Organisationen, die sich als revolutionär bezeichnen, diese Aufgabe von historischer Tragweite allein bewältigen kann. Entgegen jeder sektiererischen Selbsternennung vertreten wir die Auffassung, dass der Aufbau revolutionärer Arbeiter:innenparteien und die Gründung einer Internationale der sozialen Revolution, die für uns die Neugründung der IV. Internationale auf revolutionärer Grundlage bedeutet, nicht das Ergebnis der evolutionären Entwicklung unserer Organisationen oder unserer internationalen Tendenz sein wird, sondern das Ergebnis der Vereinigung der linken Flügel der revolutionären marxistischen Organisationen und der Sektoren der Arbeiter:innen- und Jugendavantgarde, die sich an der sozialen Revolution orientieren. Wir tun dies, indem wir ‚die Methode wieder aufnehmen, die Trotzki in den 1930er Jahren mit dem ‚Block der Vier‘ (mit der SAP, der OSP und der RSP) vorgeschlagen hat‘. Wir beschließen die Bildung eines Komitees zur Ausarbeitung eines Manifests, das dazu aufruft, diese Bewegung voranzutreiben (nicht als ‚fertiges Programm, sondern als ein Anstoß zur Diskussion der wichtigsten strategischen und programmatischen Kernpunkte, die unserer Meinung nach zusammen mit der Prüfung durch die politische Praxis und den Klassenkampf das Feld der revolutionären Linken abgrenzen sollten‘, sowie um ‚offensiv auf die Avantgardes Spitze der Kämpfe und politischen Prozesse zuzugehen‘“). Getragen wird diese Initiative von Genoss:innen der FT und den zur XIV. Konferenz eingeladenen Gruppen – March to Socialism aus Südkorea, Rouge aus Belgien, What Is To Be Done aus Kanada und Genoss:innen aus Spanien –, basierend auf der Zustimmung ihrer anwesenden Delegierten, die sie ihren jeweiligen Organisationen vortragen werden. Diese Kommission soll sich treffen, um die Ausarbeitung dieses Manifests zu organisieren und alle notwendigen Aufgaben zum Anstoß dieser Bewegung zu diskutieren.
4. Der afrikanische Kontinent wird seit jeher von den imperialistischen Mächten auf der Grundlage eines brutalen Rassismus gegen Schwarze und arabische Völker ausgebeutet; derzeit steht er im Zentrum der Rivalitäten zwischen den Vereinigten Staaten und China und ist von Klassenkampfprozessen durchzogen. Die XIV. Konferenz der FT-CI nimmt mit aller Kraft den internationalen Kampf gegen den Imperialismus auf dem afrikanischen Kontinent und gegen alle Regierungen, die ihn unterstützen, für die Streichung der Auslandsschulden der afrikanischen Länder auf. Gleichzeitig prangern wir auch die Ausbeutung durch China und die Rolle Russlands an und verteidigen das Recht auf Selbstbestimmung der afrikanischen Völker. Wir kämpfen für die einzige realistische Perspektive für den Sieg der antikolonialen Kämpfe, nämlich als Teil des antiimperialistischen Kampfes und mit der Unabhängigkeit der Arbeiter:innenklasse, auch gegenüber den mitschuldigen afrikanischen Bourgeoisien. Nieder mit dem Massaker in der Demokratischen Republik Kongo. MONUSCO raus aus der DRK. Nieder mit dem Völkermord im Sudan. Nieder mit der Aggression Marokkos gegen das Volk der Westsahara. Freiheit für alle Aktivist:innen, die bei den Unruhen in Kenia, Angola und Guinea-Bissau inhaftiert wurden. Solidarität mit dem Kampf von Immigrant:innen weltweit gegen Fremdenfeindlichkeit und für alle staatsbürgerlichen, politischen und Arbeitsrechte für Immigrant:innen.
5. Wir haben 2025 wichtige Veranstaltungen durchgeführt, darunter eine Kundgebung mit mehr als 2.000 Teilnehmer:innen in Paris sowie Kundgebungen mit Hunderten von Teilnehmer:innen in Barcelona und Madrid, am 14. Dezember zudem eine Kundgebung mit mehr als 1.000 Teilnehmer:innen in São Paulo. Im Jahr 2026 wollen wir als Strömung Permanenten Revolution – Vierte Internationale einen Sprung in dieser Hinsicht machen, indem wir ein internationales Seminar über die Theorie der Permanenten Revolution im 21. Jahrhundert veranstalten, an dem wir eine starke Beteiligung in mehreren Sprachen anstreben und das anderen Organisationen offensteht. Dies ist Teil einer politischen und ideologischen Offensive rund um die Debatten über die Permanente Revolution, auch als Alternative zum Stalinismus, Maoismus und zu anderen Strömungen im Kampf für den Kommunismus im 21. Jahrhundert.
6. Wir bilden eine Kommission von Genoss:innen, die die XIV. Konferenz und die Internationalistische Veranstaltung von São Paulo offensiv in den sozialen Netzwerken mit Fotos, Videos und Audios in verschiedenen Sprachen präsentiert.
7. Das Internationale Zeitungsnetzwerk La Izquierda Diario mit seinen 15 Tageszeitungen in 7 Sprachen verzeichnet monatlich Millionen von Besucher:innen und hat in letzter Zeit eine große Entwicklung durchlaufen, wobei seine Präsenz in Argentinien und Frankreich besonders hervorzuheben ist und mit einer starken Entwicklung der Arbeit in den sozialen Netzwerken einherging. Wir betrachten diese Entwicklungen als einen entscheidenden Faktor, der den besonderen Charakter der FT-CI, der heutigen Strömung Permanente Revolution, als internationale Strömung gegenüber zahlreichen Organisationen ausmacht, die sich zum Trotzkismus bekennen, aber weder über eigene bedeutende Publikationen verfügen noch Einfluss auf die Realität nehmen wollen und oft auf eine bloße nominelle Existenz reduziert sind. In diesem Rahmen schlägt die XIV. Konferenz der FT-CI vor, eine multimediale Revolution der Zeitungen der FT-CI vorzubereiten, mit einem Vorschlag, der für Februar/März ausgearbeitet werden wird. Dies umfasst die besten Köpfe der Strömung Permanente Revolution in den Bereichen Internet, soziale Netzwerke, Websites, künstliche Intelligenz usw. Dieses Projekt muss mehrsprachig und international sein und seinen Ausdruck in den nationalen Zeitungen finden. Dieser Vorschlag zielt darauf ab, die FT-CI als internationale Partei zu präsentieren, indem wir das Beste unseres politischen Profils mit gemeinsamen Kampagnen und öffentlichen Figuren hervorheben und Beispiele unseres Eingreifens in den Klassenkampf und unserer Jugendorganisationen vorstellen. Wir nehmen uns vor, ein Netzwerk von Propagandist:innen zu entwickeln, das gemeinsame Themen behandelt (ausgehend von den Erfahrungen mit dem CEIP in Argentinien), und eine theoretisch-politische Zeitschrift sowie weitere Initiativen in Angriff zu nehmen. Dies ist mit einer umfassenden Arbeit des ideologischen Kampfes und der theoretischen Ausarbeitung unserer internationalen Strömung verbunden, die in den letzten Jahren einen bedeutenden Sprung gemacht hat und sich in den ideologischen Beilagen des Internationalen Zeitungsnetzwerks sowie in Dutzenden neuer Bücher, die in verschiedenen Sprachen von Ediciones IPS auf Spanisch, Edições Iskra auf Portugiesisch, Éditions Communard.es auf Französisch und den verschiedenen Verlagen der verschiedenen Organisationen, aus denen sich die Strömung Permanente Revolution zusammensetzt, veröffentlicht wurden.
8. Auf Vorschlag der Genoss:innen der Gruppe March to Socialism beschließen wir, eine Website in englischer Sprache für ein asiatisches Publikum zu organisieren, die wir gemeinsam gestalten werden.
9. Die XIV. Konferenz der FT-CI beschließt, ein internationales Koordinierungsgremium einzurichten und die folgenden regionalen Austauschgremien zu stärken:
a) Europa
b) Vereinigte Staaten, Mexiko, Venezuela und Costa Rica
c) Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien, Peru und Bolivien.
10. Die XIV. Konferenz der FT-CI beschließt, ihren Namen zu ändern, um der neuen Etappe unserer Organisation Rechnung zu tragen. Sie heißt nun Strömung Permanente Revolution – Vierte Internationale.