2,9 Billionen Militärausgaben: Für eine internationale Antikriegsbewegung
Die globalen Militärausgaben haben im Jahr 2025 erneut einen Rekordwert erreicht. Gegen das Wettrüsten braucht es eine antimilitaristische und antiimperialistische Bewegung!
Im Jahr 2025 haben die globalen Militärausgaben auf 2900 Milliarden Dollar, wie aus dem gestern veröffentlichten Bericht des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) hervorgeht. Der Anstieg von 2,9 Prozent fällt dabei geringer als im Vorjahr – 2024 wurden Militärausgaben um 9,7 Prozent erhöht – aus. Dieser Umstand hängt jedoch hauptsächlich mit teilweisen Rückzug der USA aus dem Ukrainekrieg zusammen. Ohne die USA beträgt der Anstieg der Militärausgaben 9,2 Prozent und wird hauptsächlich von Europa und Asien getragen wird. Es ist das elfte Jahr in Folge, in dem die weltweiten Militärausgaben steigen, und angesichts der angekündigten Aufrüstungspläne dürften sie in den kommenden Jahren weiter zunehmen.
Die USA, China und Russland machen zusammen 51 Prozent der weltweiten Militärausgaben aus. Für die USA ist der verzeichnete Rückgang um -7,5 Prozent nur vorübergehend, während der Haushalt 2026 erneut 1000 Milliarden (+4,5 Prozent) vorsieht und der Haushaltsentwurf 2027 der US-Armee 1500 Milliarden zuweisen dürfte. Der militaristische Wettlauf wird zu einer zügellosen und brutalen Sparpolitik führen, wie Trump kürzlich offen eingestanden hat: „Es ist für uns nicht mehr möglich, Medicare und Medicaid zu finanzieren […]. Wir dürfen uns nur um eine Sache kümmern: den militärischen Schutz.“
Mit einem Wachstum von 14 Prozent ist Europa das Epizentrum der Aufrüstung. In Zusammenhang mit den Drohungen eines Rückzugs der USA aus der NATO erreichen die Militärausgaben dort im Jahr 2025 864 Milliarden. Mit einem Wachstum von 24 Prozent auf 114 Milliarden, liegt Deutschland an der Spitze, vor Britannien (89 Milliarden; -2 Prozent) und Frankreich (68 Milliarden; +1,5 Prozent). Weit entfernt von dem „pazifistischen“ Image, das Pedro Sánchez gerne vermittelt, verzeichnet der spanische Staat den drastischsten Anstieg in relativen Zahlen mit einer Erhöhung um 50 Prozent, um das von der NATO festgelegte Ziel von 2 Prozent des BIP zu erreichen. In Russland beträgt das Militärbudget 190 Milliarden (+5,9 Prozent), was 7,5 Prozent des BIP entspricht, während es in der Ukraine 40 Prozent des BIP ausmacht, mit einem Anstieg von +20 Prozent (84,1 Milliarden).
In Asien und Ozeanien erreichen die Ausgaben 681 Milliarden mit einem Wachstum von +8,1 Prozent, dem stärksten Anstieg seit 2009, davon 336 Milliarden (7,4 Prozent) in China und ein Wachstum von 9,7 Prozent in Japan sowie 14 Prozent in Taiwan. Ähnlich wie der Anstieg um 8,9 Prozent in Indien oder 11 Prozent in Pakistan spiegeln diese Zahlen die wachsenden Spannungen in der Region wider.
In Israel ein Rückgang um -4,9 Prozent (48,3 Milliarden) zu verzeichnen, der mit dem Waffenstillstand zusammenhängt; dennoch ist das aktuelle Militärbudget des Kolonialstaates doppelt so hoch wie das von 2022 und macht fast 8 Prozent des BIP aus, was dem Niveau Russlands entspricht. Das Budget der Türkei stieg hingegen um 7,2 Prozent (30 Milliarden). Das Militärbudget Saudi-Arabiens belegt mit 83,2 Milliarden (1,4 Prozent) den 8. Platz in der Rangliste.
Diese Zahlen gehen systematisch mit Sparmaßnahmen einher. Für die Waffenhändler und die Giganten des militärisch-industriellen Komplexes wird dies immer eine Gelegenheit sein, noch mehr Gewinne zu erzielen. Ein Vertreter von JPMorgan Chase kündigte so am vergangenen Freitag an, dass die US-Bank beschlossen habe, „1500 Milliarden Dollar zu verleihen, um zur Sicherung unserer Nationen beizutragen“.
Lasst uns also an diesem Freitag, dem 1. Mai, massiv demonstrieren, nicht nur gegen Sparpolitik, Inflation und die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, sondern auch gegen Imperialismus und Militarismus, die deren direkte Ursachen sind, und für einen Internationalismus, der als Einziger in der Lage ist, das Wettrüsten zu stoppen! Kein Cent, kein Mensch für ihre Kriege!
Dieser Artikel erschien zunächst am 27. April in Révolution Permanente.